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Wirtschaft

Weniger Kredite vergeben

Banken müssen wieder mehr Kredite vergeben! Das ist die große Hoffnung für mehr Wirtschaftswachstum. In der Euro-Zone wurde allerdings im September weniger Geld verliehen.

Die Kreditvergabe der Banken in der Euro-Zone ist im September abermals gesunken. Insgesamt vergaben die Finanzhäuser 1,2 Prozent weniger Darlehen an Unternehmen und private Haushalte als im Vorjahresmonat, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit diesem Rückgang von 1,3 Prozent gerechnet. Im August hatte das Minus noch bei 1,5 Prozent gelegen.

Die EZB hat inzwischen mit umfangreichen Maßnahmen auf den immer geringeren Kreditfluss reagiert. Die erste große Geldspritze an die Banken zum Ankurbeln der Kreditvergabe stieß im September allerdings auf weniger Interesse als erhofft. Eine zweite Salve soll im Dezember folgen.

Stresstest keine Lösung

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Italienische Firmen vor dem Abgrund (22.10.2014)

Die Notenbanker hoffen außerdem, dass die Banken nach dem europaweiten Stresstest für die Branche mehr Kredite vergeben. Bei dem Test waren 25 der von den Aufsehern untersuchten Banken durchgefallen. Die gefundenen Kapitallöcher sind allerdings zum Teil bereits gestopft.

"Die Ergebnisse garantieren, dass die künftige Erholung der Konjunktur nicht durch Beschränkungen im Kreditangebot behindert wird", sagte EZB-Vizepräsident Vitor Costancio am Sonntag in Frankfurt. Er räumte allerdings ein, dass das Hauptproblem nicht das Kreditangebot, sondern die wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung in vielen Euro-Ländern sehr niedrige Kreditnachfrage ist. Auch Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe meint, die jüngsten Ergebnisse des Bankenstresstests dürften an der Kreditvergabe deutscher Geldhäuser wenig ändern. "Das ist eher ein mittelfristiges Signal für die Banken untereinander, damit das Vertrauen besser wird".

Auch von anderer Seite kamen bereits Zweifel daran, dass die Maßnahmen der EZB die Kreditvergabe ankurbeln könnten. Wenig wirksam – das war das Urteil der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, das am 9.10.2014 veröffentlicht wurde. Die jüngste Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hätte kaum etwas an der gestörten Weitergabe der niedrigen Leitzinsen durch die Banken vor allem in den Krisenländern geändert, hieß es in dem Herbstgutachten. Auch für die deutsche Wirtschaft dürfte die Geldpolitik angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Stagnation kaum noch stimulierend wirken.

iw/wen (rtrd, dpa)

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