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Wirtschaft

Weltweite Proteste gegen Macht der Banken

Nach dem Vorbild der US-Bewegung "Occupy Wall Street" sind in zahlreichen Ländern Demonstranten gegen die Macht der Banken und das Finanzsystem auf die Straße gegangen. Auch in Deutschland haben Aktionen begonnen.

Menschen in Südkorea demonstrieren nach dem Vorbild der US-Bewegung 'Occupy Wall Street' gegen die Macht der Banken (Foto: AP/dapd)

"Occupy Seoul" hieß es in Südkorea

Menschen in Japan demonstrieren nach dem Vorbild der US-Bewegung 'Occupy Wall Street' gegen die Macht der Banken (Foto: AP/dapd)

Immer mehr Menschen weltweit machen bei den Protesten mit, wie hier in Tokio

Die Protestwelle "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street!") schwappt aus den USA nach Deutschland. Während die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) an diesem Samstag (15.10.2011) in Paris ihre Beratungen zur Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone fortsetzen, gehen Kapitalismus- und Globalisierungskritiker in vielen deutschen Städten gegen die Macht der Finanzmärkte auf die Straße.

In Frankfurt zogen nach Polizeiangaben rund 5000 Demonstranten vor den Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB). Ein Sprecher von "Occupy Frankfurt" kündigte eine friedliche Blockade des Platzes vor der EZB "auf unbestimmte Zeit" an. In Berlin nahmen mehrere Hundert Menschen an eine Demonstration unter dem Motto "global change" teil. Auch in Köln wurde gegen die Macht der Finanzmärkte demonstriert. Mit 1500 Teilnehmern sei die Zahl deutlich höher als erwartet, sagte ein Polizeisprecher.

Weltweite Proteste

Menschen in der philippinischen Hauptstadt Manila demonstrieren nach dem Vorbild der US-Bewegung 'Occupy Wall Street' gegen die Macht der Banken (Foto: AP/dapd)

Demonstranten vor der US-Botschaft in der philippinischen Hauptstadt Manila

Auch in anderen Teilen der Welt gingen die Menschen auf die Straße. In der australischen Metropole Sydney schwenkten Aktivisten Plakate mit Aufschriften wie "Geld kann man nicht essen". In Tokio schlossen sich rund 200 Menschen einem Protest an, in der philippinischen Hauptstadt Manila zogen Demonstranten vor die US-Botschaft. In Südkorea wollten Aktivisten ins Finanzviertel von Seoul ziehen. Im Bankenviertel von Hongkong versammelten sich rund 500 Menschen. In Großbritannien kündigten Demonstranten an, die Londoner Börse - Stock Exchange - besetzen zu wollen. In der italienischen Hauptstadt Rom nahmen Zehntausende an einem Demonstrationszug teil, einige Vermummte zündeten mehrere Autos an.

Auch in Kanada waren für Samstag in Städten wie Montreal und Vancouver Protestkundgebungen geplant, in Toronto wollten Demonstranten vor der Börse zusammenkommen. Insgesamt sollen weltweit in mehr als 950 Städten in 82 Ländern Demonstrationen stattfinden.

Die Macht der Aktivisten

Demonstration in Berlin (Foto: dapd)

Protest gegen die Macht der Finanzmärkte auch in Berlin

Es ist die Finanzkrise und ihre konkreten Folgen, die weltweit viele tausend Menschen auf die Straße treiben. Ziel der Proteste: das globale Finanzsystem und Teile der Bankenwelt. Ihren Anfang nahmen die Demonstrationen gegen Börsenspekulationen und Banken vor etwa einem Monat in New York. Die Bewegung "Occupy Wall Street" hat dort inzwischen Tausende Menschen mobilisiert.

An diesem Samstag wollen die Aktivisten von "Occupy Wall Street" die Chase-Bank in New York einen Besuch abstatten. Alle Anhänger sind aufgerufen, massenhaft ihre Konten bei der am meisten verbreiteten Bank in der Stadt aufzulösen. Damit soll gegen die Politik der Großbank JPMorgan Chase protestiert werden, die kleine Unternehmen benachteilige und Steuergelder trotz Millionengehältern in Anspruch nehme. Das Geld der aufgelösten Konten soll dann bei Genossenschaftsbanken angelegt werden, so der Aufruf.

Autorin: Pia Gram (dpa, dapd, afp)
Redaktion: Ursula Kissel

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