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Politik & Gesellschaft

Weltweit geachtet: Greenpeace Deutschland

Keine Organisation beeinflusst das öffentliche Umweltbewusstsein in Deutschland mehr als Greenpeace. Deutsche Politiker zählen auf den Fachverstand von Greenpeace und im Ausland genießen die Umweltschützer hohes Ansehen.

Greenpeace-Logo

Nach der Gründung 1980 machten die Aktivisten von Greenpeace Deutschland mit einer spektakulären Aktion beim Chemieunternehmen Böhringer auf sich aufmerksam. Um die Verschmutzung der Luft mit Dioxin anzuprangern, kletterten einige von ihnen auf den Schlot der Firma und entrollten ein riesiges Transparent. Nachdem diese Aktion am Abend in der Tagesschau gezeigt worden war, standen Helfer und Spender Schlange. In den folgenden Jahren organisierte Greenpeace erfolgreiche Kampagnen etwa für den FCKW-freien Kühlschrank oder für die Verbesserung des Wassers im Rhein und in anderen Flüssen, die von den Abwässern der anliegenden Industrien derart verschmutzt worden waren, dass sie für Mensch und Tier nicht mehr nutzbar waren.

Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens vor einem Bild des Greenpeace-Schiffes 'Rainbow Warrior' (Foto:dpa)

Brigitte Behrens

Großes Engagement

Wagemut und ein klar definiertes Ziel - nämlich Umweltschutz - haben den Weg der Umweltschützer gekennzeichnet. Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens fügt das große Engagement der Aktivisten hinzu. Greenpeace sei in Deutschland deshalb so beliebt, weil "die Deutschen dieses 'Für-eine-Sache-Einstehen' und auch das konfrontative Element sehr schätzen," fügt Brigitte Behrens hinzu.

Inzwischen wird die Organisation von einer halben Million Menschen unterstützt, was die deutsche Sektion in die Lage versetzt, einen großen Teil der internationalen Greenpeace-Kampagnen zu finanzieren. Obwohl die deutsche Greenpeace-Organisation die größte ist, nimmt sie aber keine Sonderstellung innerhalb der Greenpeace-Familie ein. Für Brigitte Behrens liegt das an der inneren Struktur der in 41 Ländern vertretenen Umweltorganisation: "Wir haben ein Verständnis, dass wir alle Kampagnen-Ideen gemeinsam diskutieren, da hat jedes Land eine Stimme und es ist nicht immer so, das unsere Ideen automatisch von allen anderen übernommen werden, aber häufig schon."

Zwischen Wal und Harpune

Eine Gruppe von Buckelwalen schwimmt friedlich vor der Küste Alaskas (Foto:dpa)

Buckelwale werden in Japan gejagt - Greenpeace-Aktivisiten versuchen, das zu verhindern.


Zwar blicken die ausländischen Kollegen neidvoll auf die unangefochtene Akzeptanz, die Greenpeace in Deutschland erfährt, aber eine herausgehobene Position der Deutschen leitet sich daraus eben nicht ab. Dennoch wünschen sich natürlich viele der weltweit handelnden Aktivisten eine ähnlich komfortable Situation wie in Deutschland. Wenn beispielsweise japanische Greenpeacer gegen den traditionellen Walfang agieren, dann riskieren sie nicht selten Gesundheit und Leben. Wer sich den Walfängern in den Weg stellt, bekommt keine Anerkennung, sondern wird im Gegenteil eher als Nestbeschmutzer beschimpft.

Unterstützung durch die Politik

Greenpeace erfährt in Deutzschland nicht nur Unterstützung durch Helfer und Spender, sondern ist auch in der Politik verankert. Bundeskanzlerin Angela Merkel freut sich über die "kontinuierliche und fachkundige Sacharbeit", Umweltminister Norbert Röttgen fordert von Greenpeace, "unbequem, lästig, fordernd, fantasievoll und unbestechlich" zu bleiben, und für SPD-Chef Sigmar Gabriel ist die Organisation "unerlässlich und gar nicht mehr wegzudenken".

Aktivisten von Greenpeace enthuellen über dem Haupteingang des Reichtstagsgebäudes in Berlin ein Transparent gegen die Atomkraft. (Foto:AP)

Greenpeace-Aktion gegen Atomkraft am Haupteingang des Reichstags in Berlin

Eine so starke Verankerung in allen Lagern der Politik wird im Ausland staunend zur Kenntnis genommen. Die komfortable Situation, in der sich Greenpeace in Deutschland befindet, liegt offenbar daran, dass die Umweltschützer für etwas kämpfen, von dem auch die Mehrheit der Deutschen überzeugt ist. Für Brigitte Behrens jedenfalls hängen Umweltbewusstsein der Deutschen und die Arbeit von Greenpeace eng zusammen: "Den Deutschen wird generell ein hohes Umweltbewusstsein zugeschrieben, sodass im Ausland eigentlich klar ist, dass auch eine Organisation wie Greenpeace in Deutschland groß ist."

Autor: Matthias von Hellfeld
Redaktion: Hartmut Lüning

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