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Sport

Weltmeisterliche Feier nach WM-Sieg

Nach dem Gewinn des vierten WM-Titels macht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Nacht von Rio zum Tage. Und feiert. Und feiert. Und feiert.

Der weltberühmte Karneval von Rio hat nun noch einmal im Juli stattgefunden, mit den deutschen WM-Helden als Vortänzern. Wilde Samba-Einlagen, überschäumender Jubel und laute Gesänge: das Mannschaftshotel am Strand von Ipanema wurde nach dem vierten WM-Triumph zum Tollhaus. Die Sonne über dem Zuckerhut war bereits aufgegangen, da feierten und hüpften Philipp Lahm und Co. im Saal "Copacabana" noch immer. Es war der Tanz um den goldenen WM-Pokal. Und die große Sause war überfällig. Endlich, endlich hatte sich der große Traum erfüllt. Weltmeister! Das Größte. Der Gipfel. Das Höchste der Gefühle. Entsprechend heftig ließen es die Helden von Maracana in Brasiliens Party-Hauptstadt krachen.

Die ganze Erschöpfung nach

120 kraftraubenden, mitreißenden, dramatischen Minuten

war da längst vergessen. Der wunderbare Treffer von Mario Götze in der 113. Minute zum 1:0 nach Verlängerung war Adrenalinschub genug, um die ganze Nacht problemlos durchhalten zu können. "Wir feiern jetzt, bis es nicht mehr geht", lautete die klare Ansage des im Endspiel überragenden Verteidigers Jerome Boateng. Und die Spieler samt Partnerinnen und Anhang, darunter Pop-Star Rihanna, hielten Wort. Geschlafen wurde bis zum Abflug aus Rio nur wenig. Mit entsprechend kleinen Augen und dickem Kopf machten sich die Weltmeister auf zum Flieger nach Berlin. Dort steht am Dienstagvormittag mit einem riesigen Empfang auf der Fanmeile am Brandenburger Tor ein weiterer Höhepunkt des Feier-Marathons an.

Party schon im Maracana

Thomas Müller (2.v.l.) feiert mit der Nationalmannschaft auf dem Rasen im Maracana-Stadion den WM-Titel (Foto: Andreas Gebert/dpa)

Vorsänger Thomas Müller (2.v.l.) und sein Nationalchor

Schon auf dem Rasen des Maracana waren nach dem historischen Triumph alle Dämme gebrochen. Ein Haufen überglücklicher Männer lag sich freudetrunken und mit Tränen in den Augen in den Armen. Am liebsten hätten sie die ganze Welt umarmt. In der Kabine flossen Bier und Champagner. Mit einer Magnum-Flasche in der Hand bahnten sich Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski per Polonaise den Weg zum Bus und grölten dabei: "Die Nummer eins der Welt sind wir" und "So ein Tag, so wunderschön wie heute". Dazwischen lief Poldis Sohn Louis glückselig mit Papas Goldmedaille um den Hals herum.

Zuvor hatte es ein lautstarkes Hallo gegeben, als Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel in der Kabine erschienen waren. "Angie, Angie" und "Präsi, Präsi", hallte es durch die Umkleide. Natürlich durfte das obligatorische Foto mit Kanzlerin und Podolski nicht fehlen. Es waren so viele Emotionen und Eindrücke, dass zunächst keiner so recht begreifen konnte, was in Rio passiert war. Er sei noch "völlig in einer anderen Welt gefangen", meinte ein erschöpfter Mats Hummels. "Man kann das alles erst einmal gar nicht realisieren, das wird etwas dauern. Aber dieses tiefe und besondere Glücksgefühl wird auf ewig bleiben", sagte ein sichtlich stolzer Bundestrainer Joachim Löw nach dem größten Moment seiner Karriere.

Historischer Moment

Um 19.04 Uhr Ortszeit am Sonntagabend hatte Lahm im goldenen Konfettiregen als vierter deutscher Kapitän nach Fritz Walter, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus den WM-Pokal in die Höhe gestemmt. Der 30-Jährige und seine 22 Kollegen stehen nun in einer Reihe mit den Legenden von 1954, 1974 und 1990, Löw steht auf einer Stufe mit Sepp Herberger, Helmut Schön und dem "Kaiser".

Philipp Lahm (2.v.l.) hebt eingerahmt von Lukas Podolski (l.) und Thomas Müller (r.) den WM-Pokal in den Himmel von Rio de Janeiro (Foto: Marcus Brandt/dpa)

Eingerahmt von Lukas Podolski (l.) und Thomas Müller (r.) reckt Philipp Lahm den WM-Pokal in den Himmel von Rio

Dass es nach 24 Jahren endlich wieder geklappt hat mit dem WM-Titel, ist für Löw keine Überraschung. "Ich wusste, dass diese Champions diesen letzten Schritt machen und das zu Ende bringen. Wenn es jemand verdient hat, dann diese Mannschaft mit Lahm, Schweinsteiger, Mertesacker, Klose oder Podolski", betonte Löw und fügte mit Pathos an: "Es gab nur einen verdienten Sieger: diese Mannschaft." Es sei ein Team, das "unglaublichen Teamgeist mit unglaublichem Können und Willenskraft" paare. "Ganz Deutschland ist Weltmeister. Ich weiß nicht, wie lange wir feiern, aber wir werden jetzt immer mit einem Grinsen aufstehen", meinte der herausragende Neuer, der völlig zu Recht zum besten Torwart der WM gewählt wurde, und zeigte dabei eben jenes breite Grinsen.

ck/hf (dpa, sid)

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