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Amerika

Weltjugendtag: Was ist das?

Bis zu zwei Millionen Besucher werden in Rio beim Weltjugendtag erwartet. Hunderttausende drängten sich um den Wagen des Papstes und mehr Journalisten als bei der Papstwahl sind vor Ort. Was zieht sie dorthin?

Der Weltjugendtag, kurz WJT, soll den Austausch der Gläubigen untereinander fördern. Sie sollen spüren, dass sie nicht alleine in ihrem Glauben sind. Das sollte ihnen bei der Ankunft von Papst Franziskus an diesem Montag (22.07.2013) in Rio de Janeiro nicht all zu schwer gefallen sein: Schnell blieb der Wagen des Papstes im Verkehr stecken, mehrfach umringt und blockiert von Menschenmassen - die Gläubigen wollten ihm so nah wie möglich sein.

Unter den Hunderttausenden am Straßenrand von Rio waren überwiegend Jugendliche. Aus aller Welt kommen sie, doch hauptsächlich aus Lateinamerika. "Ihren" Papst wollten sie sehen - den ersten lateinamerikanischen Pontifex Maximus. Und auch das mediale Interesse ist groß: Berichterstattung rund um die Uhr - mit mehr Journalisten als bei der Papstwahl im März dieses Jahres in Rom, berichtet Radio Vatikan.

Papst Franziskus im Auto umringt von Menschen (Foto: REUTERS/Stefano Rellandini)

Hunderttausende versammelten sich und jubelten Papst Franziskus freudig zu

"Das Interesse für den Weltjugendtag ist so groß, da hier den Jugendlichen Wertschätzung entgegengebracht wird", erklärt Monsignore Georg Austen, Sekretär des Treffens 2005 in Köln. Der heutige Generalsekretär des Bonifatiuswerks betont außerdem die Rolle des Kirchenoberhauptes: "Papst Franziskus ist eine wichtige Person für die Jugendlichen: Er gibt ihnen Hoffnung und ermutigt sie. Und seine erste Auslandsreise führt ihn zurück auf seinen Heimatkontinent."

Dialog fördern

Die traditionellen Ressentiments zwischen Brasilien und Argentinien, der Heimat von Franziskus, scheinen der Stimmung keinen Abbruch zu tun. Die Brasilianer haben derzeit ohnehin anderes im Kopf: Seit Juni kommt es immer wieder zu teilweise gewaltsamen Protesten gegen Korruption, mangelnde öffentliche Dienstleistungen oder die horrenden Kosten für die Organisation der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Selbst am Rande der Papstankunft fanden kleine Proteste statt.

Papstskulptur aus Sand am Strand von Copacabana, Rio de Janeiro zum Weltjugendtag 2013 (Copyright: DW/Sarah Hofmann)

Ganz Rio steht dieser Tage im Zeichen des Weltjugendtages - besonders die Copacabana

Der WJT will nun einen friedlichen Dialog erreichen - vor allem zwischen den Jugendlichen. In seiner Eröffnungsrede, bei der auch Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff anwesend war, verlangte Franziskus eine stärkere Förderung junger Menschen. "Achtung: Die Jugend ist das Fenster, durch das die Zukunft in die Welt kommt. Christus hat Vertrauen in die Jugendlichen", sagte er unter Applaus.

Sein Bekenntnis zu Dialog und Nähe bekräftigt der Pontifex in Rio de Janeiro dadurch, dass er nicht im gepanzerten Papamobil unterwegs ist, sondern in einem offenen Geländewagen durch die Menge fährt. Im Laufe des WJT will der 76-Jährige junge Strafgefangene treffen sowie eine Favela und ein Krankenhaus für drogenabhängige Jugendliche besuchen.

Prälat Bernd Klaschka, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, ist sich sicher: "Wenn sich mehr als zwei Millionen junge Christen aus aller Welt treffen, kommt es zu einem wichtigen Austausch und zu einem gegenseitigen Prozess des interkulturellen Lernens. Ich verstehe die Anderen besser als bisher - und dann kann ich mich auch besser für mehr Frieden und für eine gerechtere Welt einsetzen."

Ein Fest des Glaubens

Der WJT gilt als größtes internationales Treffen der Katholischen Kirche. An der berühmten Copacabana wird an diesem Dienstag (23.07.2013) der WJT mit einem großen Gottesdienst offiziell eröffnet.

Das Weltjugendtagskreuz wird von zahlreichen Jugendlichen durch die Straßen getragen (Foto: REUTERS/Pilar Olivares)

Das Weltjugendtagskreuz gilt als Symbol der Weltjugendtage und reist durch die ganze Welt

Seinen Ursprung haben die Gläubigen Papst Johannes Paul II. zu verdanken: Der lud 1984 zum "Internationalen Jubiläum der Jugend" nach Rom ein. Dort vertraute er den jungen Menschen das Weltjugendtagskreuz an, das seither durch die ganze Welt zu jedem WJT gebracht wird.

Die Begeisterung in Rom war damals so groß, dass Papst Johannes Paul II. die Veranstaltung im Jahr darauf zu einer festen Einrichtung machte: Alle zwei bis drei Jahre wird der WJT international gefeiert, in den Jahren dazwischen regional in den einzelnen Diözesen.

Vier Ereignisse bestimmen jeden WJT: Das Papstwillkommen, der gemeinsame Kreuzweg sowie der Eröffnungs- und der Abschiedsgottesdienst. Im Umfeld finden außerdem Konzerte, Musicals, Workshops und weitere Gottesdienste statt. "Der Weltjugendtag ist ein eindeutig religiöses Fest mit einer klaren Botschaft", betont Monsignore Austen: "Hier kann man Katholisch sein live erleben, als Weltkirche unverkrampft feiern, aber auch zum Gebet gehen." Das Motto des aktuellen WJT hat noch der zurückgetretene Papst Benedikt festgelegt: "Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern."

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