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Nachrichten

Weltbank weitet Grippe-Hilfsfonds aus

Weltweit sind mittlerweile 64 Länder von der Schweinegrippe betroffen, darunter auch Entwicklungsländer, die nicht die Mittel aufbringen können gegen den H1N1-Virus anzugehen. Hilfe kommt nun von der Weltbank.

(Foto: DPA)

Sitz der Weltbank in Washington

Die Weltbank hat am Mittwoch (03.06.2009) eine Ausweitung des bereits existierenden globalen Grippe-Hilfsfonds um 500 Millionen Dollar bestätigt. Der Hilfsfonds soll insbesondere Entwicklungsländern helfen, die Bedrohung des neuen H1N1-Grippevirus zu verhindern und zu kontrollieren. Der Kreditrahmen wird einen weiteren Hilfsfonds, das "Global Program for Avian Influenza Control and Human Pandemic Preparedness and Response" (GPAI), aufstocken. Das GPAI wurde schon im Januar 2006 zur Bekämpfung der Vogelgrippe eingeführt.

"In Anbetracht der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der künftigen Verbreitung und Heftigkeit der Grippefälle, sind wir der Meinung, dass es wichtig ist, die Länder mit einer raschen Hilfe auszustatten, um auf drohende Pandemien reagieren zu können", sagt Jeff Gutman, Vize-Präsident für operative Tätigkeiten der Weltbank, "die Kapazitäten auszubauen, sowie Krankheitsfälle vorzubeugen und zu kontrollieren gestaltet sich als besonders wichtig".

Die Bank teilte mit, der Fonds werde die Regierungen unterstützen medizinische Versorgung und Ausrüstung zu erstehen. Außerdem werden Krankenhausbehandlungen und öffentliche Informationskampagnen bezahlt, die Überwachung von Mensch und Tier getragen und entstehende wirtschaftliche Schäden eingedämmt.

Entwicklungsländer sind für das Virus nicht gerüstet

Schweinegrippevirus von 1976 (Foto: DPA)

Das eingefärbte Foto, aufgenommen von der US-Seuchenkontrollbehörde CDC mit einem Transmissionselektronenmikroskop, zeigt den Schweinegrippevirus von 1976

Rakesh Nangia, H1N1-Koordinator der Weltbank, sagt, dass die meisten Entwicklungsländer für eine mögliche Pandemie nur schlecht gerüstet sind. Der Ausbruch der Schweinegrippe verstärkt die Notwendigkeit, die Gesundheitssysteme zu stärken.

"Viele Entwicklungsländer sind nicht gut vorbereitet, um auf eine potenzielle Pandemie zu reagieren, und zwar entweder im Hinblick auf ihre Notfallpläne, Zugang zu Arzneimitteln und Impfstoffen, oder die Stärke ihrer Gesundheitssysteme", fügt Nangia hinzu. "Unter den gegebenen Umständen kann die Welt es sich nicht leisten, ihren Beschützer zu verlieren", sagt Nangia.

Nach der UN-Weltgesundheitsorganisation ist der neu entdeckte Grippe H1N1-Stamm eine Mischung aus Schweine-, Vogel-, und menschlichen Viren und tritt vor allem in Nordamerika auf. Fast 19.000 Menschen wurden in 64 Ländern infiziert. Innerhalb weniger Tage nach dem Ausbruch der Grippe in Mexiko hat die Weltbank mehr als 205 Millionen Dollar zugesprochen. Davon 25 Millionen für Medikamente , Hilf- und Betriebsstoffe und weitere 180 Millionen für die Überwachung der Krankheit, Laboruntersuchungen und andere Leistungen.

Zahl der Infizierten steigt immer noch

(Foto: AP Photo/Marco Ugarte)

Mexikanischer Polizist mit Atemmaske

Inzwischen wurden sechs weitere Todesopfer in Mexiko bestätigt. Damit beklagt das Land mittlerweile 103 Opfer. Bislang wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 5.563 Erkrankungen gezählt. Die meisten Krankheits- und Todesfälle tauchten bisher in diesem Land auf. Am 29. April setzte die WHO die Pandemie-Warnstufe auf Stufe 5, diese wird ausgerufen wenn sich mindestens zwei Fälle in einer Region finden lassen.

Auch in Europa ist man vor der Grippewelle nicht mehr sicher. Nach anfänglich nur einzelnen Erkrankten, und einer damit einhergehenden Entwarnung, ist in Deutschland die Zahl der Erkrankten auf über 30 gestiegen. Die Fälle in Nordrhein-Westfalen sind auf zwölf angewachsen. In Düsseldorf wurden am Dienstagabend zwei weitere Fälle bekannt, zuvor hatte sich bereits ein Verdachtsfall in Gütersloh gesichert. Eine Essenerin, die am Montag von New York nach Düsseldorf geflogen war, ist am Düsseldorfer Flughafen mit Grippesymptomen aufgefallen und in das Universitätsklinikum eingewiesen worden. Inzwischen bestätigte sich der Verdacht: Sie ist mit dem neuen Influenza-Virus H1N1 infiziert, berichtete ein Sprecher der Düsseldorfer Gesundheitsbehörde.

Auch in weiteren Ländern, darunter Italien und Frankreich sind bereits über 30 Krankheitsfälle aufgetreten. Allein In Spanien wurden sogar 180 Fälle bestätigt, meldete das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten. Ägypten hat die Schweine im ganzen Land töten lassen, was von Tierschützern und der WHO als unnötig kritisiert wurde. Dennoch ist der H1N1-Virus bei einer zwölfjährigen Amerikanerin ägyptischer Herkunft entdeckt worden. Somit hat der Grippevirus nun auch Afrika erreicht. (whn/sam/os/ap/dpa)

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