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Wirtschaft

Weltbank rechnet mit langsamerem Wachstum

Die Weltbank rechnet nach einer kräftigen Erholung der Weltwirtschaft für die kommenden Jahre nur noch mit einem gebremsten Wachstum. Als große Stütze erweisen sich dabei die Schwellenländer.

Schriftzug 'The World Bank' am Gebäude der Weltbank (Foto: ullstein/imo)

Weltbank-Hauptquartier in Washington: Moderates Wachstum

Justin Yifu Lin (Foto: dpa)

Weltbank-Ökonom Lin: Risiken bleiben

Die Weltwirtschaft erhält nach Einschätzung der Weltbank in diesem Jahr einen leichten Dämpfer, bleibt aber auf einem soliden Wachstumspfad. 2011 wird das Wachstumsplus nach der Schätzung des Institutes insgesamt nur noch bei rund 3,3 Prozent liegen, heißt es in einem am Mittwoch (12.01.2011/Ortszeit) in Washington veröffentlichten, aktualisierten Wirtschaftsausblick. 2010 waren es noch 3,9 Prozent. Für 2012 sagt die UN-Organisation eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um durchschnittlich 3,6 Prozent voraus.

"Die Schwellenländer spielen dabei eine immer wichtigere Rolle", sagt Justin Yifu Lin, Chefvolkswirt der Weltbank. "Sie tragen inzwischen fast zur Hälfte zum globalen Wachstum bei." Die Schwellen- und Entwicklungsländer werden nach seiner Einschätzung in diesem Jahr um sechs Prozent und 2012 um 6,1 Prozent zulegen. Im vergangenen Jahr hatte der Konjunkturauftrieb in den armen Ländern nach letzten Schätzungen noch rund sieben Prozent betragen. Mit zehn Prozent am rasantesten sei im vergangenen Jahr China gewachsen, die Asien-Pazifik-Region habe insgesamt um 9,3 Prozent angezogen. In China werde es in diesem Jahr einen Rückgang auf 8,7 Prozent, in der restlichen Region auf acht Prozent geben.

Schwellenländer immer wichtiger

Karte Brasilien, Russland, Indien, China (DW-Grafik: Peter Steinmetz)

Schwellenländer klagen zum Teil über hohe Kapitalzuflüsse

Ein wichtiger Treiber für das Wachstum in den Schwellenländern seien die zunehmenden Kapitalzuflüsse aus den Industrieländern. Allerdings bestehe darin auch ein Risiko: "Kräftige Zuflüsse in bestimmten Ländern mit mittlerem Einkommen könnten die mittelfristige Erholung bedrohen, besonders dann, wenn die Währung plötzlich an Wert gewinnt oder Anlageblasen entstehen", sagte Weltbank-Experte Hans Timmer. Zuletzt hatten einige Länder wie Brasilien oder Südkorea angesichts kräftiger Mittelzuflüsse die Bremse gezogen und etwa Steuern oder die Leitzinsen erhöht.

Die leichte Abkühlung der globalen Wirtschaft ist nach Meinung der Weltbank-Experten zu erwarten gewesen. Viele Länder hätten nach der zurückliegenden Rezession im vergangenen Jahr mit Konjunkturpaketen versucht, ihre Ökonomie anzukurbeln. Diese Programme laufen nun vielerorts aus. "Die Weltwirtschaft ist jetzt in eine neue Erholungsphase eingetreten", sagte Chefökonom Justin Yifu Lin.

Risiken bleiben bestehen

Ein Weizenfeld (Foto: dpa)

Die Preise für Getreide und andere Rohstoffe steigen wieder zweistellig

Allerdings warnte er zugleich vor zahlreichen Risiken nach der schweren Finanzkrise. Noch immer seien die Staatsschulden vor allem in reicheren Ländern zu hoch. Auch die Arbeitslosigkeit und der angeschlagene Immobilien- und Finanzsektor vieler Volkswirtschaften bergen Ungewissheiten. Besorgt äußerte sich Lin auch über den Preisanstieg bei Rohstoffen, vor allem von Nahrungsmitteln und Treibstoffen. Wenn der in den vergangenen Monaten zu beobachtende zweistellige Preisanstieg bei Getreide und anderen Grundnahrungsmitteln anhalte, sei zu befürchten, dass es wieder zu einer Nahrungsmittelkrise wie im Jahr 2008 kommen könne.

Autor: Rolf Wenkel
Redaktion: Monika Lohmüller

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