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Afrika

Welche Ziele verfolgt Al-Shabaab?

Die islamistische Al-Shabaab-Miliz hat ihren Ursprung in Somalia. Inzwischen terrorisieren ihre Kämpfer allerdings ganz Ostafrika. Besonders betroffen ist das Nachbarland Kenia.

Die Ursprünge: Somalias langer Bürgerkrieg

Al-Shabaab bedeutet "die Jugend". Die Gruppe gründete sich zwischen 2004 und 2006, als Somalia bereits rund fünfzehn Jahre im Bürgerkrieg steckte. Sie geht auf zwei ältere islamistische Organisationen im Land, die Islamische Union und die Union Islamischer Gerichte, zurück. Vorgeblich mit dem Ziel, klare Verhältnisse in dem chaotischen Bürgerkriegsland zu schaffen, entschied sich die Union Islamischer Gerichte, einen militanten Flügel - die Shabaab - zu gründen. An der Spitze standen zunächst Dahir Hassan Aweys von der Islamischen Union und Aden Hashi Ayro.

Mitte 2006 eroberte die Union den Süden Somalias. Doch ihr Sieg war von kurzer Dauer. Im Dezember erklärte ihr das Nachbarland Äthiopien den Krieg - mit Rückendeckung der USA - und schlug sie innerhalb weniger Tage in die Flucht. Die Al-Shabaab-Miliz kämpfte fortan im Untergrund. Bis 2009 konnte Al-Shabaab das verlorene Gebiet zurückerobern.

Aufstieg: Integration in den globalen Terrorismus

Unter der Führung Ayros brach die Miliz mit der "Union Islamischer Gerichte" und baute ihre Kontakte zu internationalen jihadistischen Organisationen wie Al-Kaida aus. Im März 2008 stuften die USA Al-Shabaab als Terrororganisation ein, Großbritannien und Kanada folgten zwei Jahre später. Als Ayro wenig später bei einem US-Drohnenangriff ums Leben kam, setzte sein Nachfolger Mukhtar Abu Zubeyr dessen Kurs fort. Er verstärkte die Kontakte zur Terrororganisation Al-Kaida. Ähnlich wie diese ließ Zubeyr zunehmend Propaganda über das Internet betreiben und rekrutierte seine Kämpfer auch im Ausland unter der somalischen Diaspora, etwa in Großbritannien und den USA. Al-Shabaab weitete sein Operationsgebiet nun auch mehr und mehr auf die Nachbarländer aus.

Infografik Karte Al Shabaab in Kenia und Somalia

Ziele der Anschläge von Al-Shabaab: Somalia und das Nachbarland Kenia

Feindbilder: Die Nachbarländer und der Westen

Die Miliz beschwor von Beginn an das Feindbild des Westens und vor allem Äthiopiens, die angeblich gemeinsam versuchten, den Islam zu zerstören. Weil das Verhältnis Somalias zu Äthiopien von alten Konflikten belastet war, gelang es der Miliz, innerhalb kürzester Zeit breite Unterstützung im Land zu bekommen.

Nachdem die Miliz wiederholt Europäer im Nachbarland Kenia entführt hatte, marschierten kenianische Soldaten Ende 2011 nach Somalia ein. Kenia hat eine - zum Großteil aus somalischen Flüchtlingen bestehende - muslimische Minderheit. Mit dem Argument, sie würden in Kenia unterdrückt, versucht Al-Shabaab, diese Landsleute und Glaubensbrüder für seine Zwecke zu mobilisieren.

Als Teil der militärischen Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) konnte Kenia die Islamisten inzwischen in großen Teilen Somalias zurückdrängen. Doch der Preis ist hoch. Al-Shabaab hat sich wieder verstärkt auf den Kampf im Untergrund verlegt. Unzählige Menschen haben seither durch Angriffe der Islamisten in Kenia ihr Leben verloren. Der wohl spektakulärste Anschlag war im September 2013 der Überfall aus das Einkaufszentrum "Westgate Mall" in Kenias Hauptstadt Nairobi, bei dem mindestens 67 Menschen getötet wurden. Infolge des Terrors lässt bereits die Unterstützung der kenianischen Bevölkerung für den Militäreinsatz nach.

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