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Europa

Weitere Tote im Kreuzfahrtschiff gefunden

Taucher der italienischen Küstenwache haben nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" zwei weitere Leichen entdeckt. Die Suche nach Vermissten geht weiter.

Havariertes Kreuzfahrtschiff Costa Concordia (Foto: Reuters)

Havariertes Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia"

Bei den beiden Toten handele es sich um zwei ältere Männer, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Sie seien im überfluteten Heckteil des Schiffes gefunden worden und hätten Schwimmwesten getragen. Nähere Angaben zur Herkunft der Opfer gab es zunächst nicht.

Die Zahl der Toten des Schiffbruchs vor der toskanischen Küste stieg damit auf fünf. 60 Menschen wurden verletzt, darunter auch zehn Deutsche. Die Suche nach Vermissten dauert weiter an. Allerdings korrigierten die italienischen Behörden deren Zahl inzwischen von 40 auf weniger als 20 nach unten. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin kann nicht ausgeschlossen werden, dass darunter auch einige Deutsche sind.

Drei Überlebende geborgen

Mehr als 24 Stunden nach dem Schiffbruch konnten die Retter drei Überlebende bergen. Ein Spezialkommando befreite in der Nacht zum Sonntag ein Paar aus Südkorea aus einer Kabine im Rumpf des Schiffes. Die beiden 29-Jährigen hatten waren auf Hochzeitsreise. Auch ein Besatzungsmitglied konnte gerettet werden.

Die "Costa Concordia" mit rund 4200 Menschen an Bord war Freitagnacht vor der Insel Giglio auf einen Felsen aufgelaufen und hatte durch sofortigen Wassereinbruch massiv Schlagseite bekommen. Die darauffolgende Evakuierung des Schiffes verlief nach Augenzeugenberichten chaotisch.

Kapitän steht im Verdacht der fahrlässigen Tötung

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Die Ermittlungen zum Schiffsunglück konzentrieren sich auf den bereits festgenommenen Kapitän. Die Staatsanwaltschaft prüft den Verdacht der fahrlässigen Tötung und Herbeiführung eines Schiffbruchs. Zudem soll der Kapitän das Schiff bereits verlassen haben, als ein Großteil der Passagiere und der Besatzung sich noch an Bord befand.

Der Verband der Kreuzfahrtpassagiere erhob Vorwürfe gegen die Reederei Costa. Der Präsident der European Cruiser Association (Eucras), Stefan Jaeger, äußerte gegenüber der "Financial Times Deutschland" die Vermutung, der Kapitän der "Costa Concordia" habe sich falsch verhalten. Es sei höchst fahrlässig, das Schiff so eng an einer Insel vorbei zu manövrieren.

kis/qu (dpa, dapd, afp, rtr)