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Europapokal

Was ist los mit der Bundesliga?

National hui, international pfui. Bis auf den FC Bayern geben die Bundesliga-Klubs in Europa ein schwaches Bild ab. Selbst Zypern und Österreich sind in dieser Saison erfolgreicher.

Intern funktioniert die Bundesliga, extern immer weniger. Seit zwölf Jahren steigen die Umsätze kontinuierlich an, sogar weltweit hat Deutschlands Eliteklasse die meisten Zuschauer (im Schnitt mehr als 42.000 pro Spiel). Die Leistung der Bundesligisten im Europapokal hält damit jedoch nicht Schritt. Einzig Rekordmeister FC Bayern erreichte jetzt das Achtelfinale der Champions League. Vizemeister RB Leipzig zahlte bei seinem Premierenauftritt in Europas Königsklasse Lehrgeld, zog sich aber immerhin noch einigermaßen achtbar aus der Affäre, was man von Borussia Dortmund nicht behaupten kann. Mickrige zwei Punkte sammelte der BVB in sechs Gruppenspielen. Dass die Schwarzgelben mit so einer desaströsen Bilanz in ihrer Gruppe sogar noch Platz drei schafften und in der Europa League weiterspielen dürfen, gab es noch nie in der Geschichte der Champions League. Die drei in der Europa League gestarteten Bundesligisten 1899 Hoffenheim, Hertha BSC und 1. FC Köln verabschiedeten sich allesamt nach der Gruppenphase - nach teilweise haarsträubenden Auftritten gegen Gegner, bei denen es sich wahrlich nicht um Übermannschaften handelte.

Fussball UEFA Champions League - FC Porto vs Leipzig - 3:1 (Getty Images/O. Passos)

Nicht viele internationale Erfolgserlebnisse für RB Leipzig

Europapokal-Euphorie schnell verflogen

Das Abschneiden der Bundesligisten im Europapokal ist - mit Ausnahme der Bayern, die nach dem Trainerwechsel zu Jupp Heynckes die Kurve bekamen - katastrophal. Zuletzt war die Liga in der Saison 2008/2009 mit nur einem Verein in der ersten K.o.-Runde der Champions League vertreten, auch damals hielten die Münchener die deutsche Fahne hoch. Noch 2013 war die Europapokal-Euphorie groß, der FC Bayern und Borussia Dortmund bestritten das Finale. Und viele Experten erwarteten damals eine Dominanz der deutschen Vereine in Europa auf Jahre hin. Doch es kam anders: Zwar erreichten die Bayern dreimal in Serie das Halbfinale der Champions League, scheiterten aber stets an spanischen Vereinen, in der vergangenen Saison sogar schon im Viertelfinale. In der Europa League sah es noch schlechter aus: In den letzten vier Spielzeiten war für die Bundesliga spätestens das Viertelfinale Endstation. Als Abräumer erwies sich seit 2013 die spanische Primera Division mit sieben von acht möglichen Titeln. Lediglich Manchester United durchbrach in der vergangenen Saison mit dem Triumph in der Europa League die spanische Phalanx.

Hinter Zypern und Österreich

Europa League - S.C. Braga vs 1899 Hoffenheim (Reuters/M. Vidal)

Lange Gesichter bei Hoffenheim (hier in Braga)

In der Fünfjahreswertung der UEFA ist Deutschland auf Platz vier hinter Spanien, England und Italien abgerutscht - und verliert weiter an Boden: In der Wertung der laufenden Saison liegt die Bundesliga nur auf Platz elf und hat weniger als die Hälfte an Punkten geholt (6714) wie die führenden Engländer (15.785). Selbst kleine Fußballnationen wie Zypern (7000) und Österreich (6750) waren erfolgreicher. Bundestrainer Joachim Löw schlug schon im Oktober Alarm. "Wenn man zurückgeht in diesem Jahrhundert, sieht man, dass die deutschen Klubs nicht allzu viele Titel geholt haben. Wenn jetzt jemand sagt, die Bundesliga ist die beste Liga überhaupt, dann sollte man sich hinterfragen", sagte der Weltmeister-Coach.

Wenig Innovation

Neue taktische Ideen und Spielsysteme werden in den spanischen oder englischen Vereinen entwickelt und ausprobiert, nicht aber in der Bundesliga -  trotz eines schier unerschöpflichen Pools an Talenten, um die Deutschland in ganz Europa beneidet wird. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Bundesliga in ihrem eigenen Saft brät. Die Europa League wird von den meisten Vereinen eher als lästige Pflicht empfunden. In die finanziell wesentlich lukrativere Champions League wollen alle, doch mithalten können sie dort nicht. Mit Ausnahme der Bayern.

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