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Wirtschaft

Waffenbauer Heckler & Koch setzt auf USA

Die Vereinigten Staaten sind der weltweit größte Markt für zivile Waffennutzung. Die deutsche Waffenschmiede Heckler & Koch baut deshalb ein eigenes Werk. So will das Unternehmen auch mögliche Strafzölle umgehen.

Schon jetzt ist das Geschäft mit den USA gewinnbringend für den Waffenhersteller Hecker & Koch. So kamen fast 40 Prozent des Unternehmensumsatzes von gut 200 Millionen Euro aus Verkäufen für den zivilen US-Markt. Im Vergleich zu 2015 stieg der Verkauf von Pistolen, Sport- und Jagdgewehren somit um knapp 50 Prozent. Als Konsequenz setzt die schwäbische Waffenschmiede nun verstärkt auf Präsenz in den USA und baut das erste Werk, das Heckler & Koch selbst betreibt.

Im US-Bundesstaat Georgia werde für 23 Millionen Dollar eine Produktionsstätte für Pistolen sowie Sport- und Jagdgewehre errichtet, teilte das Unternehmen der Zeitung "Welt" mit. "Der amerikanische Markt ist der mit Abstand größte zivile Waffenmarkt auf der Welt", so Firmenchef  Norbert Scheuch.

Das hohe Wachstum im vergangenen Jahr erklärte der Manager unter anderem mit einer Art Ausverkaufseffekt - viele Waffennutzer hätten vor der US-Wahl noch groß eingekauft, weil sie einen Wahlsieg von Hillary Clinton erwartet und dann strengere Waffengesetze befürchtet hätten.

Kniefall vor Trumps Zöllen

Die Investition in das neue Werk werde dabei helfen, nicht von möglichen Import-Erschwernissen durch US-Präsident Donald Trump getroffen zu werden, sagte Scheuch. "Wegen der Devise 'America First' dürfte es immer schwerer werden, in die USA zu exportieren - die Amerikaner wollen nun mal eine lokale Produktion vor Ort."

Zudem entschärfe man damit mögliche negative Effekte durch Wechselkurse. Der Manager betonte, dass in dem US-Werk keine Waffen für das Militär produziert würden. "Das sind Pistolen und Sport- und Jagdgewehre, die in den USA entwickelt und hergestellt werden und nur auf den zivilen US-Markt kommen", sagte der Manager.

Sturmgewehre, Maschinengewehre und Granatwerfer wiederum würden wie bisher ausschließlich in der schwäbischen Firmenzentrale gefertigt. "Nur in Oberndorf stellen wir Waffen für Militärs und die Polizei her."

Sturmgewehr G36 Heckler und Koch (picture-alliance/dpa/B. Weißbrod)

Das umstrittene Sturmgewehr G36

Die Waffenschmiede Heckler & Koch ist jüngst in die Schlagzeilen geraten wegen der unzureichenden Treffsicherheit bei Dauerfeuer oder großer Hitze des Sturmgewehrs G36 der Bundeswehr. Deshalb verlangte die Bundeswehr Schadensersatz, woraufhin der Waffenbauer klagte. Schadenersatz musste der Hersteller am Ende nicht leisten.

Heckler & Koch hat in der Vergangenheit Waffenfabriken als sogenannte Kauflizenzen zum Beispiel in Saudi-Arabien und in Pakistan gebaut, zu diesen Werken hat H&K aber nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr.

nm/haz (dpa, afp)