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Wirtschaft

VW-Skandal: Ermittlungen gegen Bosch

Nicht nur gegen Volkswagen tauchen in der Abgasaffäre immer wieder neue Vorwürfe auf - die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nun auch Ermittlungen gegen den VW-Zulieferer Bosch eingeleitet.

Das Verfahren richte sich gegen ein Unternehmen mit Sitz in Stuttgart, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. "Wir gehen dem Verdacht nach, ob sich diese Firma an einer möglichen Straftat eines großen deutschen Automobilkonzerns beteiligt hat." Die Ermittlungen seien in Reaktion auf Medienberichte zu dem Fall aufgenommen worden.

Bosch hatte im September erklärt, Komponenten zur Abgasnachbehandlung an Volkswagen geliefert zu haben, für deren Integration sei aber der Autohersteller zuständig. VW hatte zugegeben, die Software bei Diesel-Motoren von elf Millionen Autos weltweit so manipuliert zu haben, dass Stickoxid-Emissionen nur im Prüfstand gesetzeskonform sind.

EU-Antibetrugsbehörde untersucht VW-Fall

Ein Sprecher von Bosch erklärte, das Unternehmen kooperiere mit allen Behörden, die zur Aufklärung des Sachverhalts beitragen wollen. In den USA wie in Deutschland und anderen europäischen Ländern ermitteln Strafverfolger gegen Volkswagen. In den USA wurden Insidern zufolge auch Ermittlungen gegen Bosch wegen des Verdachts der Mitwisserschaft eingeleitet. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" hatte Bosch 2007 in einem Schreiben an VW vor der Möglichkeit des illegalen Einsatzes seiner Software gewarnt.

Im Abgas-Skandal ermittelt nun auch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) gegen Volkswagen. Das Amt habe eine Untersuchung eingeleitet, bestätigte Olaf in Brüssel. Zuvor hatte dies die "Süddeutschen Zeitung" berichtet. Mit dem Hinweis auf die laufenden Untersuchungen wurden keine weiteren Angaben gemacht. Wie aus EU-Kreisen verlautete, geht es um die Frage, ob VW Kredite von der Europäischen Investitionsbank (EIB) zu Unrecht erhalten und EU-Gelder für Forschung und Entwicklung zweckentfremdet hat. Olaf ist für die Bekämpfung von Betrug und Korruption zuständig, wenn dadurch die finanziellen Interessen der EU geschädigt werden.

ul/bea (rtr, dpa)