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Aktuell Nahost

Vormarsch gegen den IS im Irak

Seit Monaten ist Tikrit unter Kontrolle der Terrormiliz "Islamischer Staat". Die irakische Regierung bläst nun zum Gegenschlag. Um Tikrit zurückzuerobern, startete die Armee eine Großoffensive - und meldet erste Erfolge.

Irakische Streitkräfte haben Militärkreisen zufolge 40 Kilometer östlich der Stadt Tikrit die Region Hamrin sowie zwei kleinere Orte eingenommen. Irakische Medien berichteten unter Berufung auf die Armee von heftigen Kämpfen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) habe Selbstmordattentäter eingesetzt, um den Angriff abzuwehren. Eine unabhängige Bestätigung für den Vormarsch der Regierungstruppen gab es bislang jedoch nicht. Erfolgsmeldungen hatten sich in der Vergangenheit häufig als falsch herausgestellt.

Tikrit liegt circa 170 Kilometer nördlich von Bagdad an einer strategisch wichtigen Verbindungsstraße in den Norden des Landes. Am Sonntag hatte die irakische Armee, gemeinsam mit schiitischen Milizen und sunnitischen Stammeskämpfern,

eine Offensive gestartet

, um den IS aus Tikrit zu vertreiben. Die Regierung gab an, hierfür 30.000 Kämpfer mobilisiert zu haben. Dass sich schiitische Milizen an den Angriffen beteiligten, wird nicht unkritisch betrachtet. Diese wurden wiederholt beschuldigt, verantwortlich für Verstöße gegen die sunnitische Zivilbevölkerung zu sein.

Keine Unterstützung der USA

Bislang haben sich die US-Streitkräfte und ihre Verbündeten nicht mit Luftangriffen an der Großoffensive um Tikrit beteiligt. Die "Washington Post" berichtet unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, dass der Irak die Vereinigten Staaten nicht über die Aktion informiert oder um Unterstützung gebeten hatte. Seit Monaten bombardiert unter anderem die US-Luftwaffe IS-Stellungen im Irak und in Syrien. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete indes, der Iran unterstütze den Vormarsch der irakischen Armee gegen die IS-Miliz.

Inzwischen kündigte Australien an, die Zahl seiner Soldaten im Irak zu verdoppeln, um den Kampf gegen den IS zu unterstützen. Regierungschef Tony Abbott sagte, 300 zusätzliche Soldaten würden ab Mai die Ausbildung der irakischen Armee unterstützen. Damit steigt die Zahl der australischen Soldaten im Irak auf rund 500.

"Erhöhtes Risiko" für Bundeswehrsoldaten

Die Bundeswehr warnt derweil vor möglichen Anschlägen des IS auf deutsche Soldaten im Nordirak. Das berichtete die Nachrichtenseite Spiegel Online. In einem als Verschlusssache eingestuften Lagebild von Ende Februar heißt es demnach, "bei aufwachsender Präsenz deutscher Soldaten muss von einem erhöhten Risiko terroristischer Anschläge ausgegangen werden". Die Lage in der Kurden-Hauptstadt Erbil, in der Ausbilder der Bundeswehr derzeit stationiert sind, wird weiterhin als "angespannt" beschrieben.

Bundeswehrsoldat mit kurdischem Peschmerga (Foto: dpa)

Seit Januar bildet die Bundeswehr kurdische Peschmerga aus

Immer mehr deutsche Ausbilder im Irak

Bevor die deutsche Mission verstärkt wurde, habe es "keine Hinweise auf eine zielgerichtete Bedrohung" der Bundeswehr gegeben, hieß es in dem Lagebild weiter. Da diese durch die Aufstockung der Truppengröße sichtbarer geworden ist, steige die Gefahr von Angriffen. Die Bundeswehr nehme die Gefahr ernst. Dem Papier zufolge ist die dschihadistische Terrormiliz auch in Erbil, das bislang als halbwegs stabil galt, "in der Lage, terroristische Anschläge auszuüben". Seit einigen Wochen werden vermehrt deutsche Soldaten in die Region der Kurden gesandt, um diese militärisch auszubilden. Laut Bundestagsmandat von Ende Januar dürfen bis zu 100 Ausbilder in den Nordirak entsandt werden. Anfang Februar waren 29 dort.

nin/as/kle (dpa, kna, afp)