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Welt

Die Schlacht um Tikrit

Es ist der bisher größte Angriff auf das Kalifat des IS im Irak. Unterstützt von schiitischen Milizen und sunnitischen Stammeskriegern vermeldet die Armee vor Tikrit erste Erfolge. Zweifel bleiben.

Für Berichte, die irakische Regierungsarmee und ihre Verbündeten seien bereits in Randbezirke der Stadt Tikrit eingedrungen, gab es keine Bestätigung. Einen Tag nach Beginn der Großoffensive von etwa 30.000 Mann gegen die strategisch wichtige Hochburg des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) gab es höchst widersprüchliche Meldungen von der Front. Kommandeure riefen dazu auf, bei der bevorstehenden Schlacht um Tikrit die Zivilbevölkerung so weit wie möglich zu verschonen.

Die Armee und schiitische Milizen hatten die Heimatstadt des früheren Diktators Saddam Hussein am Montag aus mehreren Richtungen angegriffen, um sie aus der Gewalt der IS-Extremisten zu befreien. An dem Vorstoß sind auch Kämpfer sunnitischer Stämme beteiligt.

Irakische Medien meldeten rasch erste Erfolge. So seien die Streitkräfte in den Ort Al-Dur südlich von Tikrit vorgerückt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. Erfolgsmeldungen der irakischen Armee haben sich in der Vergangenheit häufig als falsch herausgestellt. Der IS verbreitete im Internet Bilder, die belegen sollten, dass er Al-Dur weiter kontrolliert.

Die Offensive gegen Tikrit gilt auch als Test, ob die irakischen Streitkräfte in der Lage sind, die Dschihadisten aus einer großen Stadt zu vertreiben. Sie liegt rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad an einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der IS-Bastion Mossul im Norden, die die Iraker unterstützt durch die USA in diesem Jahr ebenfalls angreifen wollen.

Irakische Sicherheitskräfte und schiitische Milizionäre beim Aufmarsch nördlich von Bagdad (foto: reuters)

Irakische Sicherheitskräfte und schiitische Milizionäre beim Aufmarsch nördlich von Bagdad

Seit der Eroberung durch den IS im Juni waren mehrere Versuche der Armee gescheitert, die Stadt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Die IS-Terrormiliz hatte Tikrit kurz nach der Einnahme Mossuls mit Hilfe sunnitischer Verbündeter eingenommen. Mittlerweile beherrscht sie im Norden und Westen des Iraks, aber auch in Syrien große Gebiete, in denen sie ein "Islamisches Kalifat" ausgerufen und eine Terrorherrschaft errichtet hat.

Ein Korrespondent des Nachrichtensenders Al-Arabija berichtete, es gebe Befürchtungen, schiitische Kämpfer könnten sich an Sunniten in Tikrit rächen. Die allermeisten der rund 190.000 Einwohner sollen aus der Stadt geflohen sein.

SC/ml (APE, rtre, afpe,dpa)