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Politik

Von Kabul an die Spitze der Armee

Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg hat Heeres-General Wieker zum neuen Generalinspekteur der Bundeswehr berufen. Er folgt dem im Zuge der Kundus-Affäre entlassenen Wolfgang Schneiderhan.

Der neue Generalinspekteur Volker Wieker (Archivbild: dpa)i

Der neue Generalinspekteur Volker Wieker

Der 55-jährige Volker Wieker ist seit Juli 2008 Kommandierender General des 1. Deutsch-Niederländischen Korps und gegenwärtig als Chef des Stabes im Hauptquartier der Internationalen Afghanistan-Truppe (ISAF) in Kabul im Einsatz. Teile des Deutsch-Niederländischen Korps waren im Juli nach Afghanistan verlegt worden.

Seit 35 Jahren bei der Bundeswehr

Minister Karl-Theodor zu Guttenberg nannte Wieker am Freitag (18.12.2009) einen "ausgesprochen erfahrenen Offizier", der sich auf einer ganzen Reihe hervorgehobener Positionen bewährt habe. Wieker gehöre seit 1974 der Bundeswehr an und habe unter anderem die deutsche und amerikanische Generalstabsausbildung durchlaufen, teilte der CSU-Politiker mit. Zuletzt sei Wieker Chef des Führungsstabs des Heeres gewesen. Sein derzeitiger Posten in Kabul sei "eine Schlüsselverwendung", betonte Guttenberg. Er sei überzeugt, dass der neue Generalinspekteur "die weitere Einsatzorientierung der Bundeswehr konsequent und entschieden voranbringen wird".

Der Generalinspekteur ist der ranghöchste Soldat der Bundeswehr und militärischer Berater der Regierung. Er ist für die Entwicklung und Realisierung der Gesamtkonzeption der Verteidigung verantwortlich. In diesem Zusammenhang hat er Weisungsrecht gegenüber den Inspekteuren der Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine.

Vorgänger wegen Kundus entlassen

Ex-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan (Foto: dpa)

Von Guttenberg als Generalinspekteur entlassen: General Schneiderhan

Wiekers Vorgänger Schneiderhan war vor drei Wochen ebenso wie Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert aus dem Amt entlassen worden. Guttenberg hatte dies damit begründet, dass beide ihm Unterlagen zu dem umstrittenen Luftangriff im afghanischen Kundus vom 4. September vorenthalten hätten. Bei dem von einem Bundeswehroberst angeordneten Angriff auf zwei von Taliban entführte Tanklastwagen waren bis zu 142 Menschen getötet worden, unter ihnen auch Zivilisten. Um die Aufklärung der Affäre bemüht sich der Verteidigungsausschuss des Bundestages, der sich als Untersuchungsausschuss konstituiert hat.

Autor: Michael Wehling (dpa/afp/adp)

Redaktion: Martin Schrader

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