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Wirtschaft

Von der D-Mark zum Metallschrott

Was nach der Euro-Umstellung mit den D-Mark-Münzen passiert

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Die neuen Euro-Münzen - für sie müssen die alten Pfennige weichen.

Deutschland hat für seine alte Währung kein Verfallsdatum festgelegt, die alten Mark-Stücke und Pfennig-Münzen können bei der Bundesbank unbegrenzt in Euro umgetauscht werden. Wer irgendwann noch seine alte Sparbüchse auf dem Speicher oder den Sparstrumpf der Oma unter dem Bett findet, kann den Inhalt noch Jahre später in Euro umtauschen.

Damit verhindert wird, dass das Geld in falsche Hände gerät und vielleicht sogar zwei oder dreimal umgetauscht wird, muss es entwertet werden. Wenn man jedoch bedenkt, dass die deutschen Bürger alleine noch etwa 48 Milliarden Münzen in ihren Taschen herumschleppen, wird die Dimension des Problems deutlich. Von diesen Münzen soll zwar nur das Silbergeld vor dem Einschmelzen entwertet werden, bei den Pfennigstücken sind die Sicherheitsbedenken geringer. Das sind aber immerhin noch 5 Milliarden Münzen mit einem Gewicht von über 35.000 Tonnen.

Um die mit soviel Geld bepackten Lkw sicher zu einer zentralen Stelle zu lotsen, wäre ein enormer Sicherheitsaufwand nötig. Das Problem wird auf eine andere Art gelöst. Helmut Böhm von der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen: "Wir haben daher externe Lager eingerichtet, in denen diese Münzen gelagert werden, dort werden sie dann auch bearbeitet und maschinell entwertet."

Ein Großteil der Entwertung übernimmt ein sogenannter Decoiner, der von der VDN Eurocoin, einem Tochterunternehmen der Vereinigten Deutschen Nickel, entworfen wurde. Der Entwerter ist mobil und kann die Münzen vor Ort entwerten. So wird er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich verwendet.

Katja Vogt, Sprecherin von VDN Eurocoin, erklärt was mit den Münzen passiert: "Von dem Auffangbehälter werden über ein Transportband die Münzen in ein Behälter geschüttet oder transportiert, die dann dort durch zwei gegeneinander laufende profilierte Walzen laufen. Und nachdem die Münzen durch diese Walzen gelaufen sind, sind sie praktisch mehrfach geknickt, fallen wieder auf ein Transportband und dann spuckt der Container hinten dann diese entwerteten Münzen wieder aus."

Würde man von Hand in jeder Sekunde eine Münze platt hauen, bräuchte man für die 5 Milliarden D-Mark-Münzen etwa 160 Jahre. Soviel Zeit will sich die Bundesbank zur Entwertung ihrer Münzen nicht nehmen. Aber eine Weile wird die Arbeit dennoch dauern, sagt Helmut Böhm von der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen: "Das wird sicherlich eine Aufgabe sein, die so zwischen ein und zwei Jahren in Anspruch nehmen wird."

Neben den Münzen muß auch eine Lösung für die Entsorgung der Banknoten gefunden werden. Die etwa 2,7 Milliarden D-Markscheine, die noch im Umlauf sind, wiegen jedoch nur etwa 2.800 Tonnen. Sie werden in etwa 800 kleinen Papierschnipsel geschreddert. Die kann wohl auch der beste Puzzler nicht wieder zusammensetzen. Später können die Papierschnitzel dann in Briketts gepresst und verbrannt werden. Es gibt aber auch Vorschläge, die Schnitzel in Methanol zu verwandeln.

Der Münzschrott, der nach der Entwertung übrig bleibt, wird übrigens eingeschmolzen und wieder verwendet. Vielleicht begegnen wir der guten alten Mark oder dem Schilling dann doch noch einmal wieder, in seiner neuen Form, dem Euro.

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