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Sport

Voeckler verzaubert die Franzosen

Thomas Voeckler hat die Königsetappe der Tour de France gewonnen - und holte damit bereits den fünften französischen Tagessieg. Im Gesamtklassement scheint das Podium beinahe schon fest zu stehen.

Ganz so leicht wollte es Vizenzo Nibali dem bisher überragenden Team Sky nicht machen. Während der Rest des Feldes die Dominanz von Gelbträger Bradley Wiggins und seinem starken Adjutanten Christopher Froome an den steilen Hängen der Pyrenäen anerkennen musste, attackierte der italienische Radprofi gleich mehrfach.

Vor allem am letzten Berg auf der 16. Etappe der Tour de France, dem Col de Peyresourde, sorgte Nibali mit seinen Tempoverschärfungen für die Belebung des Rennens, das für viele schon langweilig zu werden schien. Doch auch Nibali konnte Wiggins und Froome nicht distanzieren. Das Trio fuhr mit deutlichem Abstand zu den übrigen Favoriten über die letzte Bergwertung und erreichte das Ziel im Tal von Bagnères-de-Luchon gut sieben Minuten hinter dem Tagessieger.

Etappensieg und Bergtrikot für Voeckler

Der hieß wieder einmal Thomas Voeckler. Ausgerechnet auf der Königsetappe erlebte die Tour de France die nächste Voeckler-Show: Der nimmermüde Franzose war erneut der stärkste Fahrer einer zwischenzeitlich bis zu 38 Fahrer starken Spitzengruppe, setzte sich in seinem typischen kraftvollen Stil von seinen Verfolgern ab und konnte sich nach 5 Stunden und 35 Minuten als Solosieger in Bagnères-de-Luchon von Tausenden Fans feiern lassen.

Es war ein Déjà-vu für Voeckler, der an jenem Ort schon 2010 gewonnen hatte. Außerdem erfüllte sich Voeckler noch einen zweiten Traum: "Ich habe an meine Chance an das Bergtrikot geglaubt und hatte heute schon darauf spekuliert", meinte Voeckler, der mit seinem Ritt über die vier Bergriesen Col d’Aubisque, Col du Tourmalet, Col d’Aspin und Col de Peyresourde ins Bergtrikot fuhr.

Der angrifflustige Europcar-Profi, der selbst glaubt, dass ihn "9 von 10 Fahrern des Feldes" wegen seiner Fahrweise nicht mögen, führt nun mit vier Zählern vor dem Schweden Fredrik Kessiakoff.

Thomas Voeckler (r.) und Sandy Casar (2.v.r.) führen die Spitzengruppe an (Foto:Laurent Cipriani/AP/dapd)

Kein Auge für die Naturwelt der Pyrenäen: Das Feld der Tour auf der Königsetappe

In der flirrenden Hitze der Pyrenäen erlebte der noch amtierende Tourchampion Cadel Evans einen schwarzen Tag und fiel in der Gesamtwertung auf den siebten Platz zurück. Bradley Wiggins führt weiter souverän vor seinem Teamkollegen Christopher Froome (+2:03 Minuten) und Vizenzo Nibali (+2:23). Der neue Vierte, Jurgen Van Den Broeck aus Belgien, hat bereits 5:46 Minuten Rückstand.

Das Podium der Tour scheint also fast schon festzustehen - zumal Wiggins und Froome im Einzelzeitfahren am vorletzten Tag die Topfavoriten sind. Die schwere Bergankunft am Donnerstag (19.07.2012) hinauf zur Skistation von Peyragudes ist für Nibali wohl die letzte Chance, Wiggins vielleicht doch noch vom Thron zu stoßen.

Schleck spricht von Vergiftung - aber wer glaubt ihm?

Tief gefallen ist dagegen ein anderer Podiumskandidat: Der Vorjahresdritte Fränk Schleck hat wegen einer positiven A-Probe die Tour verlassen müssen. Ihm war in einer Kontrolle am 14. Juli das Diuretikum Xipamid nachgewiesen worden. Schleck sagte, er könne sich das Testergebnis nicht erklären und kündigte schon einmal pro forma an, Anzeige gegen unbekannt wegen einer Vergiftung zu erstatten.

Glaubhaft ist das für viele Fans nicht, denn Schleck stand schon einmal unter Dopingverdacht: Die "Süddeutsche Zeitung" konnte ihm eine Zahlung an den Dopingarzt Eufemiano Fuentes nachweisen. Trotz dieses Beleges, den Schleck zunächst bestritt und dann später mit der Bezahlung von Trainingsplänen erklärte, wurde der Luxemburger damals nicht gesperrt. Im aktuellen Fall muss er mit einem anderen Ausgang rechnen, die Tour hätte dann ihren ersten Dopingfall.

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