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Amerika

"Vietnamkriegs-Architekt" McNamara ist tot

Er gilt als einer der "Architekten des Vietnamkriegs". Später nannte er diesen Krieg einen "schrecklichen Fehler". Am Montag starb Robert McNamara im Alter von 93 Jahren.

Robert McNamara in nachdenklicher Pose

McNamara: Erst Hardliner, dann Pazifist

Der frühere US-Verteidigungsminister Robert McNamara ist in den frühen Morgenstunden am Montag (06.07.2009) in seinem Haus in Washington im Schlaf gestorben, wie die "Washington Post" unter Berufung auf die Familie McNamaras berichtete. Woran der 93-Jährige starb, wurde zunächst nicht bekannt.

McNamara war von 1961 bis 1968 Verteidigungsminister unter den demokratischen US-Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson. McNamara gilt als einer der "Architekten des Vietnamkrieges". Zeitweise sprachen Kommentatoren vom "McNamara-Krieg".

Verantwortlich für Ausweitung des Vietnamkriegs

Der frühere US-Verteidigungsminister McNamara (links) am 10.12.1962 in Vietnam (Foto: AP)

McNamara bei einer Visite in Vietnam 1962

Lange Zeit hielt er den Krieg gegen die Kommunisten in Südostasien für gewinnbar. Unter McNamara wurden die US-Truppen im Vietnamkrieg systematisch aufgestockt, die Bombardements ausgeweitet. 1967 wechselte er überraschend seine Strategie und trat für ein Ende der Bombardierungen ein. Der damalige Präsident Lyndon B. Johnson lehnte dies allerdings ab. Kurz darauf, im Jahr 1968, nahm McNamara seinen Abschied.

McNamaras siebenjährige Amtszeit im Pentagon war randvoll mit politischen Krisen. Als US-Verteidigungsminister trug der 1961 das Debakel um die misslungene Kuba-Invasion an der Schweinebucht mit. Ein Jahr später, als die USA und die Sowjetunion während der Kuba-Krise am Rande eines Atomkriegs standen, zählte der damals 46-Jährige ebenfalls zum engsten Beraterstab von Präsident John F. Kennedy. Die harte Haltung der USA in dieser Krise wurde als Erfolg gewertet. Als weiterer Verdienst McNamaras gilt auch die Umformulierung der US-Atomstrategie von der "massiven Vergeltung" zur "flexiblen Antwort".

Vom Hardliner zum Kriegsgegner

Nach seinem Abschied aus dem Pentagon wurde McNamara 1968 Präsident der Weltbank. Bis 1981 führte er die Bank und setzte sich während seiner Amtszeit für die Überwindung von Hunger und Armut in der Dritten Welt ein.

US-Soldaten 1965 im Vietnamkrieg (Foto: AP)

McNamara: Vietnamkrieg war 'schrecklicher Fehler'

Der frühere Hardliner bereute die Eskalation des Vietnamkriegs später. 1995 bekannte er in einem Buch, der Krieg sei ein "schrecklicher Fehler" gewesen. Vor einigen Jahren kritisierte er auch den Irakkrieg von US-Präsident George W. Bush als einen moralischen und politischen Fehler. Er sprach sich zudem für die Vernichtung aller Atomwaffen aus. das Risiko von Unfällen oder die Gefahr, dass die Waffen in falsche Hände gerieten, sei einfach zu groß, warnte er. (kis/sams/dpa/afp/ap)

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