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Politik

Viele Tote nach US-Luftangriff in Somalia

Die US-Luftwaffe hat im Süden Somalias einen Angriff gegen mutmaßliche Stellungen des Terrornetzwerks El Kaida geflogen. Dabei starben nach Angaben der somalischen Regierung mindestens 30 Menschen.

Flugzeug der US-Luftwaffe vom Typ AC-310 (Quelle: AAP)

Mit einer solchen AC-310 soll die US-Luftwaffe Islamisten bombardiert haben

Fazul Abdullah Mohammed stand auf den Fahndungslisten des FBI in Somalia ganz oben (Quelle: AP)

Fazul Abdullah Mohammed stand auf den Fahndungslisten des FBI in Somalia ganz oben

Nach Informationen des US-Senders CNN wurde bei dem Angriff auch ein führender El-Kaida-Terrorist getötet. Unter den Opfern sei Fazul Abdullah Mohammed, der auf der Liste des US-Geheimdienstes CIA mit den meistgesuchten Terroristen stand. Er soll für die Anschläge gegen die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 verantwortlich gewesen sein, berichtete der Sender am Dienstag (9.1.) unter Berufung auf ungenannte Pentagonquellen. Damals starben mehr als 200 Menschen.

Der Angriff in Somalia sei am Montag von einem US-Kampfflugzeug des Typs AC 130 geflogen worden, das mit Maschinengewehren ausgestattet ist, berichtete der US-Fernsehsender CBS.

Angriff war mit Somalia abgesprochen

Ein somalisches Kind in einem Flüchtlingslager in Kenia bedeckt sein Gesicht (Quelle: AP)

In den Flüchtlingslagern an der Grenze zu Kenia sind auch viele somalische Kinder untergebracht

Ein Sprecher der somalischen Regierung sagte, dass bei dem Angriff auf drei Dörfer im Grenzgebiet zu Kenia mindestens 30 Menschen getötet wurden. "Die Angriffe waren mit uns abgesprochen", sagte Oberst Omar Addi am Dienstag in Kismayo. Augenzeugen berichteten, dass unter den Opfern sechs Mitglieder einer Familie seien, die auf einer Hochzeitsfeier waren.

Der Angriff ereignete sich Augenzeugen zufolge am Montagnachmittag in Badmadow, einer Insel vor der Südspitze Somalias nahe der kenianischen Grenze. In der Gegend, die auch Ras Kamboni genannt wird, wird ein Trainingszentrum für Terroristen vermutet. "Der Angriff wurde ausgeführt, nachdem bestätigt worden war, dass sich Al-Kaida-Mitglieder in dieser Region befinden", erklärte der somalische Regierungssprecher Abdirahman Dinari.

USA greifen erstmals offiziell in Konflikt ein

Die USA werfen den Ende Dezember aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu vertriebenen Islamisten vor, Terroristen der Al Kaida Unterschlupf gewährt zu haben. Nach dem militärischen Sieg der Übergangsregierung zur Jahreswende hatten Einheiten der somalischen Übergangsregierung und äthiopische Truppenverbände Islamisten aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu und aus der südlichen Küstenstadt Kismayo vertrieben. Dabei nutzten sie laut CBS Luftaufnahmen, die von unbemannten Flugzeugen der US-Armee angefertigt wurden.

Die US-Streitkräfte verlegten im Zusammenhang mit den Kämpfen in Somalia Kriegsschiffe vor die Küste Somalias, unter anderem den Flugzeugträger "Eisenhower". Mit dem Luftangriff von Montagnachmittag hat die US-Armee erstmals offiziell in den Konflikt am Horn von Afrika eingegriffen.

EU: Gewalt ist keine Lösung

Die EU-Kommission reagierte mit Kritik auf den US-Luftangriff. "Jegliche Vorfälle dieser Art sind auf längere Sicht nicht hilfreich", sagte ein Sprecher der Kommission am Dienstag in Brüssel. "Nur eine politische Lösung kann eine ernsthafte Aussicht auf Frieden und Stabilität in Somalia bringen."

Die Sicherheit in Somalia kann nach Auffassung der EU-Kommission "nur durch einen Abzug der äthiopischen Soldaten so schnell wie möglich" und durch den Aufbau einer internationalen Friedenstruppe gewährleistet werden. Wichtig sei auch, "mit den gemäßigten Vertretern der islamischen Gerichtshöfe den Dialog zu suchen". Die äthiopische Militäraktion in Somalia habe dem Land nicht mehr Sicherheit und Stabilität gebracht: "Was in den vergangenen Wochen passiert ist, ist keine Lösung", sagte der Sprecher.(ana)

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