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Arabische Halbinsel

Viele Tote bei Luftangriffen im Jemen

Es ist ein Stellvertreterkrieg zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran. Beide Mächte ringen um die Vorherrschaft in der Region. Die Hauptleidtragenden sind Zivilisten.

Bei Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Koalition im Jemen sind mindestens 21 Zivilisten getötet worden. Bomben hätten ein Hotel, umliegende Läden und einen Markt in der nördlichen Provinz Saada getroffen, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Das Ministerium wird von schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert.

Saada ist eine Hochburg der Huthis, die 2015 mit mutmaßlich iranischer Unterstützung die Hauptstadt Saana und große Gebiete im Nordjemen eingenommen hatten. Das Militärbündnis unter saudischer Führung kämpft gegen die Rebellen und stützt den jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der ins Exil geflohen ist.

Bomben auf Kliniken und Schulen

Seit März 2015 sind nach UN-Angaben in dem Konflikt mehr als 5100 Zivilisten getötet und mehr als 8700 verletzt worden. Die Gesamtzahl aller Toten wird vom UN-Menschenrechtsrat auf 8650 beziffert. Der Militärallianz wird vorgeworfen, auch Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Ziele zu bombardieren.

Der Jemen leidet derzeit unter der weltweit schlimmsten Cholera-Epidemie. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im September mitteilte, sind bereits über 2000 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben. Knapp 650.000 Verdachtsfälle seien erfasst worden.

Der bewaffnete Konflikt erschwert die Cholera-Bekämpfung erheblich: Viele Kliniken und sanitäre Einrichtungen sind zerstört. Rund 16 Millionen Jemeniten haben nach Aussage der WHO keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser. Das begünstigt die weitere Ausbreitung der Seuche, da eine Ansteckung oft durch verschmutztes Wasser oder Essen erfolgt.

jj/rb (dpa, afp, rtr)