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Aktuell Afrika

Viele Tote bei blutigem Boko Haram-Angriff in Niger

Wiederholt hat die Terrorgruppe Boko Haram die Grenzstadt Bosso überfallen. Beim folgenreichsten Angriff im Niger seit einem Jahr starben 32 Soldaten. Mit einem Gegenangriff konnte die Armee die Stadt zurückerobern.

Soldaten fahren auf einem Laster im Sandstaub vor kahlen Bäumen (Foto: Getty Images)

Nigrische Soldaten patroullieren in der Nähe von Bosso (Archivbild)

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit seien sie auf ihren Autos gekommen und hätten um sich geschossen, berichtet ein Augenzeuge. Dem Verteidigungsministerium zufolge hatten "hunderte Angreifer" einen Militärposten in Bosso im äußersten Südosten des Landes überfallen und anschließend die Kontrolle über die Stadt eingenommen. Nach einem Gegenangriff der Armee sei die Lage wieder unter Kontrolle.

32 Soldaten sollen nach Angaben des Ministeriums bei dem Angriff der Terrormiliz aus dem benachbarten Nigeria getötet worden sein, mindesten 67 weitere sind verletzt. Bei dem Gegenangriff habe man Boko Haram "schwere Verluste zugefügt".

Plünderungen und Brandstiftung

"Sie haben Häuser in Brand gesetzt, Lebensmittelläden geplündert und den Militärposten angezündet, bevor sie mit Waffen und Munition geflohen sind", beschreibt Adam Boukarna, Abgeordneter in Bosso, den Angriff. Andere Augenzeugen und lokale Medien bestätigen das. Bewohner von Bosso hätten während des Angriffs die Stadt nach Westen verlassen.

Boko Haram selbst hat die Verantwortung für den Angriff übernommen. Der SITE Intelligence Group zufolge, die dschihadistische Onlinebeiträge beobachtet, teilte Boko Haram mit, dass die Kämpfer 35 Soldaten getötet und fast 70 verletzt hätten. Außerdem hätten sie eine "große Menge Waffen und Munition erobert".

Wiederholtes Angriffsziel

Bosso liegt direkt an der Grenze zu Nigeria und weniger als zehn Kilometer entfernt vom Tschadsee. Im Südosten Nigers leben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfwerks UNHCR derzeit mehr als 114.000 Menschen, die vor der Terrormiliz geflohen sind.

Die Stadt Bosso und die umliegende Diffa-Region wurden bereits mehrfach von der Terrormiliz von Nigeria heraus angegriffen, zuletzt vor einer Woche. Ende April hatte Nigers Regierung den Ausnahmezustand für den Südosten um weitere drei Monate verlängert. Damit haben Sicherheitskräfte mehr Befugnisse. Der Ausnahmezustand wurde zuerst im Februar 2015 erklärt und seitdem wiederholt erneuert.

Boko Haram kämpft seit sieben Jahren, um im Nordosten Nigerias einen sogenannten Islamischen Gottesstaat zu errichten.

ust/qu (dpa, afp, rtr, ap, kna)