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Aktuell Nahost

Viele Tote bei Anschlagserie im Irak

Kurz vor dem zehnten Jahrestag der US-Invasion im Irak hat eine Serie von Bombenanschlägen die Hauptstadt Bagdad erschüttert: Mindestens 50 Menschen wurden getötet. Ärzte sprechen von mehr als 150 Verletzten.

Nach Angaben der Behörden waren innerhalb von rund einer Stunde an verschiedenen Restaurants und Bushaltestellen in schiitischen Stadtteilen Autobomben detoniert. Eines der blutigsten Attentate ereignete sich in der Nähe des Haupttors zur befestigten sogenannten Grünen Zone mit Regierungsgebäuden und Botschaften. Auch in den Provinzen Dijala und Babil explodierten kurz hintereinander mehrere Autobomben.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Anschlagsserie, doch scheint sie die Handschrift von Al-Kaida-Gruppen im Irak zu tragen. Seit Jahresbeginn hat der irakische Ableger der radikal-islamischen Al-Kaida zahlreiche Angriffe verübt.

Machtkampf zwischen Muslimen

Auch der Bürgerkrieg in Syrien verschärft die Spannungen im Irak: Die überwiegend von Sunniten getragene Rebellion gegen Präsident Baschar al-Assad animiert ihre irakischen Glaubensbrüder. Seit dem Abzug der US-Streitkräfte vor mehr als einem Jahr eskaliert im Irak der Machtkampf zwischen Muslimen sunnitischer und schiitischer Glaubensrichtung. Beinahe täglich kommt es zu Anschlägen und bewaffneten Auseinandersetzungen.

Die USA waren am 19. März 2003 in den Irak einmarschiert. Die Regierung von Präsident George W. Bush hatte den Angriff mit der Behauptung begründet, Iraks Machthaber Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Dies stellte sich als falsch heraus. Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge wurden in dem Krieg knapp 190.000 Menschen getötet.

re/rb (dpa, rtr, ap)