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Asien

Viele Tote bei Anschlag in Kandahar

Bei einem schweren Bombenanschlag sind im Süden Afghanistans mindestens 40 Zivilisten getötet und mehr als 60 verletzt worden. Unterdessen liegen erste Teilergebnisse der Präsidentenwahl vor.

Ein Polizist bewacht den Tatort nach der verheerenden Explosion (Foto: AP)

Ein Polizist bewacht den Tatort nach der verheerenden Explosion

Nach Behördenangaben detonierten bei dem Anschlag am Dienstag (25.08.2009) fünf Autobomben gleichzeitig im Stadtzentrum von Kandahar. Bei den Opfern handelt es sich ausschließlich um Zivilisten, wie der Polizeichef für den Süden des Landes, Ghulam Ali Wahdad, bestätigte.

Die Explosion ereignete sich kurz nach Sonnenuntergang nahe bei einem von Ausländern besuchten Hotel sowie der Zentrale des Geheimdienstes der Provinz Kandahar und weniger als einen Kilometer vom Haus des Provinzratsvorsitzenden Ahmad Wali Karsai entfernt, des Bruders von Staatschef Hamid Karsai. Nach Angaben des Präsidentenbruders galt der Anschlag dem Gebäude einer japanischen Baufirma.

Reger Betrieb durch Fastenbrechen

Laut afghanischem Innenministerium wurden durch den Anschlag insgesamt mehr als zehn Häuser zerstört. Im Stadtzentrum herrschte zum Zeitpunkt der Detonation reger Betrieb, weil die Bürger zum abendlichen Fastenbrechen im Ramadan zusammenkamen.

Zu dem Attentat bekannte sich zunächst niemand. Kandahar ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die als Hochburg der aufständischen Taliban gilt.

Bei einer weiteren Bombenexplosion wurden ebenfalls im Süden Afghanistans vier US-Soldaten getötet. Dies teilte eine Sprecherin der Streitkräfte mit. In Afghanistan hat die Gewalt angesichts der Präsidentenwahl vom vergangenen Donnerstag zuletzt stark zugenommen. Sie richtet sich vor allem gegen die ausländischen Truppen und die Regierung in Kabul.

Zwischenergebnis deutet auf Kopf-an-Kopf-Rennen hin

Afghanischer Präsident Hamid Karsai (Foto: AP)

Noch ist unklar, ob Hamid Karsai das Rennen macht ...

In Kabul veröffentlichte die Wahlkommission unterdessen erste Teilergebnisse der Präsidentenwahl: Demnach liegen Amtsinhaber Hamid Karsai und sein schärfster Rivale Abdullah Abdullah dicht beieinander. Sollte sich der Trend bestätigen, würde das Land auf eine Stichwahl Anfang Oktober zusteuern.

Der US-Sondergesandte Richard Holbrooke mahnte allerdings zur Vorsicht, da bislang erst zehn Prozent der Stimmen ausgezählt seien. "Es ist zu früh, um den Ausgang vorherzusagen", sagte Holbrooke bei einem Türkei-Besuch.

Endergebnis im September

Abdullah Abdullah (Foto: DW)

... oder Abdullah Abdullah

Der frühere Außenminister Abdullah bekräftigte zudem seine Wahlfälschungsvorwürfe: Es bestehe kein Zweifel, dass in großem Stil von staatlicher Seite aus betrogen worden sei. Er werde nicht zulassen, dass auf diese Weise der Wahlausgang bestimmt werde, sagte Abdullah kurz vor Veröffentlichung der Teilergebnisse.

Diesen zufolge kam Karsai auf 41 Prozent der Stimmen, Abdullah erzielte 39 Prozent. Ein Sprecher der Wahlkommission kündigte an, die Teilergebnisse würden von nun an jeden Tag aktualisiert. Das Endergebnis wird für die erste Septemberwoche erwartet. (gri/qu/afp/ap/rtr)

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