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Sport

Vettel oder Alonso: Wer wird Weltmeister?

Sebastian Vettel zum Dritten oder Fernando Alonso zum Dritten? Vor den letzten fünf Rennen der Formel-1-Saison liegen die beiden Doppelweltmeister fast gleichauf. Den Fans winkt ein faszinierendes Finale.

Sebastian Vettel und Fernando Alonso bei der Siegerehrung am Hockenheimring (Bild: AFP)

Sebastian Vettel und Fernando Alonso

Es ist erst ein paar Wochen her, da schien die Titelverteidigung für Sebastian Vettel in weiter Ferne. Zu oft hatte sein Red Bull den Dienst versagt, und diese Unzuverlässigkeit seines Rennautos nahm auch dem scheinbar Unbezwingbaren etwas von seinem Nimbus. Aber spätestens seit dem Großen Preis von Japan am vergangenen Sonntag (07.10.2012) in Suzuka ist Vettel wieder ein heißer Kandidat für die Weltmeisterschaft - wenn nicht sogar der Topfavorit. "Die doppelte Titelverteidigung", also die in der Fahrer- und der Marken-WM, "ist und bleibt unser Ziel", gibt der 25-Jährige die Losung für das Saisonfinale aus, nachdem er noch im Spätsommer eher kleinlaut gewirkt hatte.

Sebastian Vettel hebt seinen Zeigefinger (Bild: AFP)

"Müssen sehen, dass wir das Momentum nutzen" - Sebastian Vettel in Japan

Aber Suzuka mit dem klaren Vettel-Triumph und der gleichzeitige Ausfall des großen Konkurrenten Fernando Alonso haben die Dramaturgie wieder neu geschrieben. Jetzt liegt der Mann aus Heppenheim nur noch vier Pünktchen hinter dem Spanier. Ein Sieg am Sonntag in Südkorea, und Vettel läge sogar wieder vorn. Ein Spaziergang, wie im letzten Jahr, wird es diesmal aber auf keinen Fall. 2011 hatte er den WM-Gewinn schon im fünftletzten Rennen klar gemacht, der Epilog behielt nur durch die Frage ein wenig Spannung, ob Vettel noch weitere Rekorde aufstellen würde. Jüngster Weltmeister, jüngster Doppelweltmeister, meiste gewonnene Saisonrennen - in all diesen Statistiken ist er im Moment auf der Top-Position.

Red Bull stark verbessert

Aber bei Alonsos Rennstall Ferrari hat man die Hoffnung trotz des Fiaskos von Japan noch nicht aufgegeben. "Wir sind uns absolut im klaren darüber, dass die WM immer noch in unseren Händen ist", behauptet Firmenchef Luca di Montezemolo. Und Fernando Alonso, selbst Weltmeister der Jahre 2005 und 2006, pflichtet seinem Vorgesetzten brav bei: Man müsse "einen Punkt mehr als der Zweite holen."

Vettel fährt im Red Bull knapp vor Alonsos Ferrari (Bild: dapd)

Bild mit Symbolcharakter? Vettel vor Alsonso beim Großen Preis von Italien in Monza

Sebastian Vettel indes gibt sich fast ein wenig wortkarg: "Nicht so viel von der Meisterschaft quatschen, sondern auf das konzentrieren, was direkt vor einem liegt!"

Das scheinen auch die Techniker bei Red Bull beherzigt zu haben. Innerhalb weniger Wochen ist es ihnen gelungen, aus einem ständigen Unsicherheitsfaktor wieder ein Siegerauto zu basteln. Offenbar hatten sie sich zuvor durch einige technische Regeländerungen stärker aus dem Konzept bringen lassen als die Mitstreiter. Aber jetzt, wo es auf die Zielgerade geht, zeigt der blau-rot-gelbe Renner keine erkennbaren Schwächen mehr, während Ferrari gegenüber dem starken Saisonstart offenbar etwas abbaut. "Sechs Rennen lang ist bei uns nichts gekommen," machte Alonso in Japan seinem Ärger Luft. Allerdings hatten weder Auto noch Mechaniker Schuld am Ausscheiden dort. Ein Unfall gleich in der ersten Kurve machte eine Weiterfahrt unmöglich, wie schon zuvor beim Großen Preis von Belgien.

Fernando Alonso und das Herzschlagfinale

Fernando Alonso täte seinerseits gut daran, die Entscheidung um die WM-Krone schon vorzeitig herbeizuführen. Denn das letzte Rennen der Saison 2010 wird ihm in lebhafter Erinnerung sein, ihn wie ein Alptraum durch seine Rennfahrerkarriere begleiten. Damals war er mit 15 Punkten Vorsprung in den Großen Preis von Abu Dhabi gegangen, ein vierter Platz im letzten Saisonrennen hätte auf jeden Fall zum WM-Titel gereicht, da hätte Vettel machen können, was er wollte. Am Ende aber verzockte er sich ebenso wie Mark Webber, damals vor dem Finale noch Zweiter der Gesamtwertung, beim Reifenwechsel, wurde nur Siebter und Vettel holte sich völlig überraschend den ersten WM-Titel seiner Karriere. Dem Spanier, den viele Experten für den besten Fahrer im Feld halten, dürfte an einem Déjà-vu nicht gelegen sein.

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