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Formel 1

Vettel dominiert in der Wüste

Sebastian Vettel feiert beim Großen Preis von Bahrain seinen zweiten Saisonsieg in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Entscheidend war ein gewagtes taktisches Manöver seines Ferrari-Rennstalls.

Der Undercut liegt voll im Trend. Das Haupthaar lang und brav gescheitelt, die Seiten kurz geschoren. Wer jung ist, unter 30, und auf sich hält, der muss ihn haben. Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel scheint sich aus solchen modischen Finessen wenig zu machen. Der viermalige Weltmeister macht gerne auf Naturbursche, nicht auf Metro-Mann.

Und doch hat Vettel den Großen Preis von Sakhir in Bahrain dank eines Undercuts gewonnen. Denn den gibt es auch im Motorsport, und bezeichnet ein Manöver, bei dem der hinten liegende Fahrer vor dem Führenden zum Reifenwechsel an die Box kommt, um dann mit den schnelleren Pneus Zeit gutzumachen. In der Vergangenheit sind solche taktischen Spielchen meist nicht zugunsten des Ferrari-Rennstalls ausgegangen, doch in der Wüste am Persischen Golf ging der Plan endlich auf.

Vettel, der hinter dem Trainings-Schnellsten Valtteri Bottas im Mercedes fest hing, steuerte seinen Boliden früh, schon nach zehn Runden, zum Pitstop und pirschte sich an den verdutzten Konkurrenten heran. Als der sich dann ein paar Runden später einen neuen Satz Reifen abholte, war es schon zu spät. Er fand sich plötzlich hinter dem Deutschen wieder und musste später auch seinen Teamkollegen Lewis Hamilton passieren lassen.

Gelöste Stimmung bei den Roten

Diebisch freute sich Vettel später, als er auf die Siegerehrung wartete. "Das Auto funktioniert", flachste er mit seinem  Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene, und war froh, dass eine Safety-Car-Phase die Bemühungen doch nicht zunichte machte: "Ich dachte schon, nicht schon wieder..."

Formel 1 | Grand Prix Bahrain (Getty Images/C. Mason)

Vor dem Undercut: Vettel (r.) hängt hinter Bottas fest, wenig später steuert er an die Box zum entscheidenden Reifenwechsel

Der Brite setzte Vettel zwar in der Schlussphase des Rennens noch einmal etwas unter Druck, zu einem echten Zweikampf, wie derzeit in der WM-Gesamtwertung, kam es aber nicht mehr. Vettel steuerte souverän seinem zweiten Saisonsieg entgegen, Hamilton rollte mit Respekt-Abstand über die Ziellinie. "Ich habe schon während des Rennens gespürt, wir sind schnell, wir können ein Wörtchen mitreden", freute sich Vettel dann auf dem Podium. "Klar, Lewis war auch schnell, trotzdem war es ein kontrolliertes Rennen unsererseits, und ich bin glücklich damit."

Dritter wurde der Finne Bottas, Kimi Räikkönen musste einmal mehr die Überlegenheit Vettels im gleichen Auto anerkennen und wurde Vierter. Die anderen beiden Deutschen schlugen sich beachtlich. Nico Hülkenberg landete im Renault auf Rang neun, Pascal Wehrlein, der die ersten beiden Rennen wegen einer Wirbelverletzung verpasst hatte, fuhr als Elfter im Sauber knapp an den Punkten vorbei.

In der Gesamtwertung liegt Vettel nach dem 44. Sieg seiner Karriere nun sieben Punkte vor Hamilton. 

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