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Kultur

Verwirrung um vermisstes Flugzeug in Indonesien

In Indonesien hat es am Dienstag widersprüchliche Angaben zu dem vermissten Verkehrsflugzeug gegeben. Militär und Behörden dementierten erste Berichte über den Fund der Maschine - und angebliche Überlebende.

Eine Angehörige wischt sich die Tränen weg

Die Angehörigen müssen zunächst weiter mit der Unsicherheit leben

Nach dem Absturz der Boeing 737-400 der privaten indonesischen Fluggesellschaft Adam Air hat Verkehrsminister Hatta Radjasa Berichte über die Entdeckung des Wracks dementiert. Die Rettungsteams suchten noch nach der Maschine, erklärte Radjasa am Dienstag (2.1.). Gegenteilige Berichte beruhten auf Gerüchten von Dorfbewohnern, die an die Behörden weitergegeben worden seien. Auch der Befehlshaber des Luftwaffenstützpunktes Hasanuddin in Makassar, Eddy Suyanto, betonte: "Die Unglücksstelle ist noch nicht gefunden worden. Wir bitten um Entschuldigung, dass die übermittelten Nachrichten nicht stimmten."

Nur wenige Stunden zuvor hatten das indonesische Militär und ein Sprecher der Fluggesellschaft Adam Air erklärt, das Wrack sei gefunden worden. Nach Angaben von Rettungshelfern stürzte das Flugzeug in der Nähe des Dorfes Ramgoam ab, 200 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt von Süd-Sulawesi, Makassar, und 20 Kilometer von der Stadt Polewali im Westen der Insel entfernt.

Nichts gefunden

Eine Boeing 737-400 der Adam Air (Quelle: AP)

Eine Boeing 737-400 der Adam Air, wie sie seit Montag vermisst wird

Die Helfer fanden an der Stelle, wo sie das Wrack vermuteten, jedoch keine Überreste. "Der lokale Armeekommandeur, der Polizeichef und der Gouverneur sind zu dem Ort gegangen und haben nichts gefunden. Die früheren Berichte über den Unglücksort sind falsch", betonte Generalmajor Sampurno.

Auch einen Bericht, wonach zwölf der Insassen des Flugzeugs das Unglück wie durch ein Wunder überlebt hätten, wies Sampurno zurück. Der mit dieser Aussage zitierte Dorfvorsteher habe dementiert, dies jemals gesagt zu haben, sagte der Armeegeneral.

Schwierige Suchaktion

Widrige geografische Bedingungen und schlechtes Wetter in der vermuteten Unglückszone erschwerten den Zugang erheblich. "Wir können nur zweirädrige Fahrzeuge benutzen. Wegen des gefährlichen Terrains ist es unmöglich, mit normalen Autos oder Geländewagen zu fahren", sagte der Polizeichef von Polewali, Andry.

Auch der Einsatz von Hubschraubern brachte nach Angaben des obersten Rettungshelfers, Muslimin, keinen Erfolg: "Wir konnten über dem dichten Wald nichts sehen", sagte er. Wegen heftigen Regens sei der Kontakt zu mehreren Helfern abgerissen.

Elf Kinder mit an Bord

Eine indonesische Karte mit der Flugroute des vermissten Flugzeugs

Die Flugroute der vermissten indonesischen Maschine

Der Kontakt zu dem Flugzeug war etwa eine Stunde nach dessen Start in Surabaya auf Java am Montag um kurz vor 13.00 Uhr Ortszeit abgebrochen. Zuvor hatten die Piloten einen Notruf abgesetzt. Er ging im Kontrollzentrum ein, als die Maschine über der Provinz Süd-Sulawesi noch rund 750 Kilometer von ihrem Zielort Manado entfernt war.

An Bord des Flugzeugs befanden sich 96 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Elf Kinder waren unter den Insassen, darunter vier Babys. Laut einem Sprecher von Adam Air waren drei Ausländer an Bord. Es handle sich um einen US-Bürger und seine beiden Töchter.

Schlechtes Wetter als Absturzursache?

Eine Fähre des Typs, der am Wochenende verunglückte (Quelle: AP)

Eine Fähre diesen Typs fiel am Wochende dem schlechten Wetter zum Opfer

Über die vermutliche Absturzursache herrschte am Dienstag weiter Rätselraten. Nach Angaben von Verantwortlichen am Flughafen von Surabaya gab es zur Startzeit keine technischen Probleme an der Maschine. Laut Adam Air wurde sie zuletzt am 25. Dezember inspiziert. Ein Verantwortlicher für Lufttransporte, Mohammed Iksan Tatang, machte schlechtes Wetter für das Unglück verantwortlich. "Wir wissen es nicht mit Sicherheit, aber das Wetter in dieser Region war wirklich schlecht." Dies sei vor dem Start allerdings bekannt gewesen, fügte Tatang hinzu.

In der Gegend nordöstlich von Java hatte es seit dem Wochenende heftige Stürme gegeben. Auch der Untergang einer Fähre mit 600 Passagieren vor Java Freitagabend wurde auf das Unwetter zurückgeführt.

Unglücksfluglinie: billig, aber unsicher?

Adam Air ist eine der führenden Billigfluglinien Indonesiens. Erst im November hatte das Unternehmen erklärt, seine Kapazitäten im neuen Jahr deutlich ausbauen zu wollen. Flugzeugunglücke sind in dem sich über 5000 Kilometer erstreckenden Archipel Indonesiens relativ häufig. Sowohl die öffentlichen als auch die privaten Fluggesellschaften stehen immer wieder wegen mangelnder Sicherheit in die Kritik.

Zuletzt waren beim Absturz einer Maschine der Airline Mandala im Herbst 2005 in Nord-Sumatra fast 140 Menschen ums Leben gekommen. (ana)

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