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Kultur

Verletzte bei Feuer im Eurotunnel

Der Brand im Eurotunnel wurde gelöscht. Wann der Verkehr im Tunnel wieder starten kann, ist noch unklar. Die Untersuchungen zur Brandursache dauern an.

Eurostarzug (AP)

Wann der Eurostar wieder in den Tunnel darf, ist noch offen

Die Feuerwehr hat den Brand im Eurotunnel am Freitag (12.09.2008) gelöscht. Dies teilte der Unterpräfekt von Calais, Gérard Gavory, mit. Mehr als 300 britische und französische Feuerwehrleute hatten in der Nacht die Flammen bekämpft und sie schließlich eindämmen können. Wegen der großen Hitze hätten die von beiden Seiten angerückten Feuerwehren den Brand nur mühsam bekämpfen können, so Gavory. Er erklärte, dass bei dem Brand die Tunnelröhre auf einer Länge von etwa 300 Metern schwer beschädigt worden sei.

Zeitpunkt der Freigabe für den Zugverkehr noch unklar

Eurostarzug (Archiv)

Vorerst sollen keine Passagierzüge durch den Eurotunnel rollen

Wann die Strecke unter dem Ärmelkanal wieder für den Zugverkehr freigegeben wird, bleibt allerdings noch offen. Der Chef der Betreibergesellschaft des Eurotunnels, Jacques Gounon sagte, dass ein Teilbetrieb möglicherweise bereits am Freitag wieder möglich sei. Garantieren wolle er dies allerdings noch nicht, da die vom Brand betroffene Tunnelröhre schwer beschädigt worden sei und das betroffene Teilstück voraussichtlich mehrere Wochen gesperrt bleiben könnte. Nach einer technischen Kontrolle, wolle die Eurotunnel-Gesellschaft die vom Brand nicht betroffene zweite Tunnelröhre so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen und den Verkehr am beschädigten Teilstück des Tunnels vorbei durch den zweiten Schacht umleiten.

Eine Sprecherin der französischen Staatsbahn SNCF sagte jedoch, dass am Freitag kein Eurostarzug zwischen Frankreich und Großbritannien verkehren werde. Frühstens am Samstag könne der Passagierverkehr vielleicht wieder aufgenommen werden. Dies müsse aber die Eurotunnel-Betreibergesellschaft entscheiden, so die SNCF-Sprecherin.

Der französische Verkehrsminister Dominique Bussereau erklärte, er könne nicht sagen, wann der Betrieb wieder aufgenommen werde. Zunächst müsse der Tunnel gekühlt werden, dann müsse untersucht werden, wie der Brand ausgebrochen sei und anschließend müsse der Tunnel gelüftet werden, sagte Bussereau. Erst wenn die Experten ihre technischen Überprüfung, die am frühen Freitagnachmittag begann, abgeschlossen hätten, sei eine Wiederaufnahme des Zugverkehrs möglich.

Staus und Störungen

Passagiere am Eurostarterminal (AP)

Tausende von Fahrgästen steckten gestern auf beiden Seiten des Ärmelkanals fest

Eurotunnel rief dazu auf, Reisen wenn möglich zu verschieben, weil weiter mit Staus und Störungen gerechnet werden müsse. Bahnreisende, die mit dem Eurostar fahren wollten, wurden aufgerufen, ihre Tickets umzubuchen oder sich den Fahrpreis erstatten zu lassen. Alleine am Donnerstag mussten fünf Eurostarzüge mit 2000 Passagieren zu ihren Startbahnhöfen zurückkehren. Angaben von Eurostar zufolge steckten zudem rund 15.000 Fahrgäste auf beiden Seiten des Ärmelkanals fest, nachdem der Brand ausgebrochen war.

Brennender Lastwagen mögliche Brandursache

Bei dem Tunnel-Brand wurden sechs Lastwagenfahrer verletzt und kamen mit einer leichten Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Weitere 32 Menschen wurden vor den Flammen in Sicherheit gebracht.

Der Brand brach in einem Lastwagen aus, der von einem Zug durch den Tunnel transportiert wurde. Der Frachtzug war zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg von Folkestone nach Calais. Als das Feuer ausbrach, befand er sich ungefähr elf Kilometer vor Calais. Zum Zeitpunkt des Unfalls sei kein Passagierzug im Tunnel gewesen, gab das Unternehmen Eurostar bekannt. Die französischen Behörden gehen davon aus, dass die Bremsen eines Lastwagens Ursache für den Brand gewesen seien. Genaueres sollen nun Untersuchungen zeigen. Die französische Innenministerin Alliot-Marie ging von einem Unfall aus.

Angst vor Terroranschlag am 11. September

Passagiere erzählten, sie hätten gefürchtet, es habe sich um einen Terroranschlag gehandelt. Die Reisende Camille Lamalle sagte: "Die Leute sind ausgeflippt, weil es der siebte Jahrestag der Anschläge vom 11. September ist." Der französische Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau schloss im Hörfunksender Europa 1 jedoch aus, dass das Feuer Folge eines Attentats sein könnten. Die genauen Umstände würden aber erst nach Abschluss der Untersuchungen feststehen, so Bussereau.

Prestigeprojekt Eurotunnel

Eurotunnel bei Calais (Archiv)

Der Eurotunnel auf der französischen Seite bei Calais

Der 50 Kilometer lange Eurotunnel, der Frankreich und Großbritannien miteinander verbindet wurde nach sieben Jahren Bauzeit 1994 eröffnet. Er besteht aus insgesamt drei Röhren: Zwei Röhren, die bis zu hundert Meter unter der Meeresoberfläche verlaufen, dienen als Zugstrecken. Die dritte Röhre ist ein Versorgungs-und Rettungsschacht.

Neben dem Hochgeschwindigkeitszug Eurostar wird der Tunnel auch von Autozügen und Frachtverkehr genutzt. Bereits im August 2006 wurde der Tunnel für mehrere Stunden geschlossen, weil der Motor eines Lastwagens Feuer gefangen hatte. (san)

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