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Wirtschaft

Verkaufsrekord in schweren Zeiten

Technische Defekte, Todesfälle, Massenrückrufe - die Opel-Mutter GM musste sich so manchen Problemen stellen. Trotzdem steigerte sie ihre globalen Verkäufe. Doch die Konkurrenz hat trotzdem die Nase vorn.

Der größte US-Autohersteller General Motors hat im vergangenen Jahr so viele Fahrzeuge weltweit verkauft wie nie zuvor. Die Opel-Mutter meldete am Mittwoch in Detroit einen Gesamtabsatz von 9,9 Millionen Autos und Trucks für 2014 - zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Für einen Branchenrekord reicht es damit aber nicht - Wettbewerber Volkswagen hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Marke von zehn Millionen verkauften Fahrzeugen geknackt. Nach eigenen Angaben konnte VW zwischen Januar und Dezember 10,14 Millionen Fahrzeuge ausliefern. Auch dem Weltmarktführer Toyota dürfte dies gelingen, die Zahlen des dritten globalen Automobilriesen werden in der nächsten Woche erwartet. Der japanische Konzern rechnet aber mit 10,22 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2014 und würde damit seine Spitzenposition verteidigen.

Opel sei Dank

GM steigerte seine Verkäufe in China um zwölf Prozent und in den USA um fünf Prozent. In Südamerika und Europa schwächelten die Geschäfte hingegen. Die deutsche Tochter Opel hatte ihre Zahlen bereits vergangene Woche veröffentlicht und ein Plus von drei Prozent zum Vorjahr auf gut eine Million verkaufte Autos in Europa bekanntgegeben, was vom Konzern als großer Erfolg gewertet wird. "Die voranschreitende Revitalisierung bei Opel hat uns zu einem weiteren Rekordjahr verholfen", sagte GM-Chefin Mary Barra.

Technischer Defekt mit tödlichen Folgen

Massenrückrufe in den USA konnten die GM-Kunden nicht vergraulen. Das ganze Jahr über war der Konzern mit einem Skandal um fehlerhafte Zündschlösser in den Schlagzeilen. Der technische Defekt, der in voller Fahrt zum totalen Kontrollverlust über das Fahrzeug führen kann, hat laut GM bislang mindestens 45 Todesopfer gefordert.

Es gab Proteste und Schadensersatzfordreungen gegen GM

Protest gegen GM

Es dürften weitere dazukommen, viele Fälle werden noch geprüft. Etwa 30 Millionen Fahrzeuge mussten weltweit in die Werkstätten beordert werden. Der Konzern hat Hunderte Millionen Dollar für Entschädigungen zurückgelegt.

Der Entschädigungsfonds wird von dem Staranwalt Kenneth Feinberg verwaltet. Mitte Dezember hatte Feinberg mitgeteilt, dass seit August mehr als 2300 Forderungen eingegangen seien. GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte fließen je 300.000 Dollar. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen.

iw/wen (dpa, afp)

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