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Wirtschaft

Verkauf von RWE-Dea an russischen Investor abgeschlossen

Der Energiekonzern RWE kann seine Ölfördertochter Dea nach einer langen Zitterpartie nun doch an einen russischen Investor verkaufen. Vor allem Großbritannien hatte sich lange quergestellt.

Für fünf Milliarden Euro soll das Unternehmen "bis spätestens Anfang März" an den russischen Oligarchen Michail Fridman und die von ihm kontrollierte LetterOne-Gruppe gehen, wie RWE am Freitag in Essen mitteilte. Vor allem Großbritannien hatte sich vor dem Verkauf wegen der Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise quergestellt.

Gegen eine weitere Abkühlung des Verhältnisses zwischen Russland und dem Westen hat sich LetterOne aber abgesichert: Sollten Sanktionen gegen die Gruppe oder ihre Eigner verhängt werden, müsste RWE innerhalb des ersten Jahres nach dem Geschäft die britischen Dea-Aktivitäten zurück erwerben.

"Die Parteien gehen davon aus, dass mit der gewählten Konstruktion den Sorgen der britischen Regierung Rechnung getragen wurde", sagte ein RWE-Sprecher. Auch im Fall, dass Dea unter LetterOne am Ende seine Förderlizenzen für britische Ölfelder verlieren sollte, bleibe der Deal bestehen.

Keine Einwände aus Deutschland

RWE hatte die politisch heiklen Verkaufspläne im März vergangenen Jahres bekannt gegeben. Das Bundeswirtschaftsministerium leitete Mitte Juni eine Prüfung des Geschäfts ein, um festzustellen, ob es "die öffentliche Ordnung und Sicherheit Deutschlands" gefährde, und teilte im August mit, es habe keine Einwände. Ausschlaggebend für das positive Prüfungsergebnis war nach Angaben des Ministeriums, dass der Käufer seinen Firmensitz in der EU hat. Eine Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit in Deutschland sei nicht zu erwarten.

In Großbritannien dagegen, wo Dea vor der Küste Gas gewinnt, gab es Medienberichten zufolge erhebliche Vorbehalte. Denen begegnet RWE nun mit der Rückkaufklausel. Zudem verpflichtete sich Letter One, das britische Dea-Geschäft für mehrere Jahre "rechtlich unabhängig und getrennt von den restlichen Dea-Aktivitäten zu halten", wie das Unternehmen erklärte.

14 Regierungen mussten zustimmen

Der Verkauf sollte bei der Sanierung des verschuldeten RWE-Konzerns helfen. RWE-Chef Peter Terium erklärte am Freitag, der Verkauf sei "ein wesentlicher Meilenstein in der Umsetzung unserer Strategie und zur Verbesserung unserer Finanzkraft".

Insgesamt mussten 14 Regierungen die Transaktion freigeben - alle, in denen Dea Erkundungslizenzen für Öl oder Gas hat. Dazu gehörten neben Großbritannien auch Norwegen, Ägypten und Libyen.

hmf/haz (afp, dpa)