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Europa

Verheerende Waldbrände wüten in Südeuropa: Tausende auf der Flucht

Ganze Berghänge brennen, Rettungskräfte im Dauereinsatz: Gewaltige Feuerwalzen zwingen vor allem in Griechenland viele Menschen ihre Häuser zu verlassen. Für Italien passte das Auswärtige Amt seine Reisehinweise an.

Die Feuerwehr schätzte die Feuerfront nordöstlich der griechischen Hauptstadt Athen auf eine Länge von 15 Kilometer. Von bis zu 20 Meter hohen Flammen und beißendem Rauch berichteten Augenzeugen. "Hier ist die Hölle. Bitte helfen Sie uns", schrien am Telefon Anwohner, die die lokalen Radiosender anriefen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Die meisten flüchteten auf die Strände. Auch mehrere Kinder-Zeltlager sowie ein Kloster musste evakuiert werden. Verletzt sei bislang niemand, teilten die Behörden mit. Mehr als 200 Feuerwehrleute seien im Einsatz.

Tausende Menschen mussten in der Nacht ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Die meisten harrten entlang der Strände aus. Auch mehrere Kinder-Zeltlager sowie ein Kloster musste evakuiert werden. Wie viele Häuser das gewaltige Feuer zerstört hat, können die Behörden noch nicht beziffern: "Wir müssen jetzt löschen und keine Bilanzen ziehen", sagte ein Feuerwehrsprecher im Rundfunk. Erschwert wurden die Löscharbeiten von Windböen und Rauchschwaden, die sogar Kreta erreichten, wie Satellitenbilder zeigten.

Griechenland Waldbrände: Ein Feuerwehrmann versucht ein brennendes Haus zu löschen (picture-alliance/dpa/AP/Y. Karahalis)

Opfer der Flammen: Wie viel Häuser in Griechenland zerstört wurden, ist noch unklar

Auch im Westen von Griechenland brennt es. Betroffen sind vor allem die Inseln Zakynthos und Kefalonia im Ionischen Meer. Auf Zakynthos vermuten die Rettungskräfte Brandstifter am Werk. Demnach brachen auf der Insel in den vergangenen 24 Stunden 22 Brände aus. "So etwas gab es noch nie", sagte der örtliche Feuerwehrchef Vassilis Matteopoulos dem Sender ERT. Insgesamt brachen in Griechenland seit dem Wochenende 91 Waldbrände aus, doch die meisten von ihnen sind nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle.

Auswärtiges Amt warnt deutsche Italien-Reisende

Für Italien passte das Auswärtige Amt seine Reisehinweise wegen Brandgefahr an: "Es ist nicht auszuschließen, dass auch Ferienorte in den besonders betroffenen Gebieten evakuiert werden." Besonders gefährdet sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes die sizilianischen Orte Messina, Catania und Enna sowie auf Sardinien Costa Rei, Porto Pozzo, Arbus und Santa Giusta.

Ein griechischer Feuerwehrmann im Einsatz bei der Bekämpfung eines Waldbrandes (Reuters/A. Konstantinidis)

Kampf gegen die Flammen: Ein griechischer Feuerwehrmann im Einsatz

Aber auch in der Toskana und der Region Bologna müssen sich Urlauber wegen Bränden auf Umleitungen und Straßensperren einstellen. In der Umgebung von Rom lodern in dem auf dem Weg zum Meer gelegenen Pinienwald Castel Fusano immer wieder Flammen auf. Die Feuerwehr und der Zivilschutz rufen Italiens Bevölkerung auf, aufgrund der Trockenheit achtsam mit Feuer umzugehen. Die Polizei geht davon aus, dass viele Brände vorsätzlich gelegt werden. Der Sommer in Italien ist in diesem Jahr ungewöhnlich trocken, was die Waldbrandgefahr erhöht.

Spanien schickt Verstärkung nach Portugal

Auch in Portugal wüten wieder Brände, die teils außer Kontrolle zu geraten drohen. Besonders betroffen sind das Zentrum und der Norden des Landes, wie portugiesische Medien berichteten. Mehr als 3000 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Sie erhielten zudem Verstärkung aus dem Nachbarland: Spanien habe 120 Feuerwehrleute und drei Flugzeuge nach Portugal geschickt, teilte die Europäische Kommission mit.

Portugal Waldbrände (picture alliance/dpa/AP/A. Franca)

In Portugal versuchen mehr als 3000 Feuerwehrleute den Flammen Herr zu werden

Rennen gegen die Zeit auf Korsika

Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika bemüht sich die Feuerwehr, nach schweren Wald- und Macchia-Bränden verbliebene Feuerherde zu löschen. Ein Rennen gegen die Uhr, denn laut einem Bericht des Senders France Bleu könnte Ende der Woche neuer Wind die Brände wieder anfachen. Auf der Halbinsel Cap Corse nördlich von Bastia waren in den vergangenen Tagen 1800 Hektar Vegetation in Flammen aufgegangen.

Im Zusammenhang mit den Bränden nahm die Polizei einen Verdächtigen fest, wie die Staatsanwaltschaft in Bastia mitteilte. Der Mann soll fünf Brände gelegt und damit Wälder, Buschland und andere Anpflanzungen zerstört und Menschenleben in Gefahr gebracht haben.

ww/qu (afp, dpa)

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