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Aktuell Welt

Verhandlung in Moskau vertagt

Der Berufungsprozess gegen die drei Sängerinnen der russischen Punkband Pussy Riot ist nach kurzer Sitzung vertagt worden. Eine der Musikerinnen hatte zuvor ihren Anwalt entlassen.

Pussy Riot vor Gericht in Moskau (Foto. dpa)

Pussy Riot Oktober Gericht Moskau Maria Alyokhina Yekaterina Samutsevich Nadezhda Tolokonnikova

Das Berufungsverfahren gegen drei Sängerinnen der Punkband Pussy Riot ist auf den 10. Oktober verschoben worden. Das Gericht in Moskau folgte damit dem Antrag einer der jungen Frauen, die sich von ihrem Anwalt trennen möchte. Ihre Position stimme nicht mit der ihrer Verteidiger überein, sagte Jekaterina Samuzewitsch (30) im Gerichtssaal. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax erklärten die beiden anderen Musikerinnen, keinen Antrag auf Ablehnung ihrer Verteidiger stellen zu wollen.

Mitte August waren die drei Musikerinnen wegen einer regierungskritischen Aktion in einer Moskauer Kirche zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ihr Fall löste international Kritik aus und führte zu weltweiten Solidaritätsbekundungen.

Das Gericht muss nun entscheiden, ob die Verurteilung der Musikerinnen rechtmäßig ist. Experten vermuten, dass die Berufung keinen Erfolg haben wird. Im besten Fall sei mit einer Reduzierung der Haftstrafe um sechs Monate zu rechnen.

Wut wegen Putin

Wegen "Rowdytums aus religiös motiviertem Hass" waren die Künstlerinnen verurteilt worden. Sie hatten - gemeinsam mit zwei weiteren Bandmitgliedern - im Februar mit den für ihre Auftritte charakteristischen bunten Sturmmasken über den Gesichtern die größte Kirche in Moskau gestürmt und in einem "Punk-Gebet" lautstark ihre Wut über den heutigen Präsidenten Wladimir Putin zum Ausdruck gebracht.

Ihre Inhaftierung wurde für viele zum Symbol für die harte Hand Putins gegenüber Dissidenten. Unter anderem haben auch Musiker wie Madonna, Paul McCartney oder die Sängerin Peaches mit einer Demonstration und einem Videodreh in Berlin die Freilassung der drei Frauen gefordert.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew nährte kürzlich mit seiner Forderung nach Milde die Hoffnung, dass die drei Frauen auf Bewährung frei kommen könnten. Sie weiter in Gefangenschaft zu halten, sei "unproduktiv", sagte Medwedew. Allerdings hatte auch Putin selbst vor dem Urteilsspruch im August erklärt, die Frauen sollten nicht zu hart bestraft werden.

uh/hp (afp, dpa)

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