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Olympia

Verhaltene Vorfreude auf Pyeongchang 2018

Rund ein Jahr vor Beginn der Olympischen Winterspiele 2018 scheint in Pyeongchang alles bereit. Von den Stadien bis zu den Tickets, die Vorbereitungen laufen planmäßig. Doch nicht jeder in Südkorea ist optimistisch.

Wie auch immer die Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang am 9. Februar des kommenden Jahres aussehen wird, die Vorbereitungen auf das Mega-Event stellen eine willkommene Abwechslung zu dem Chaos dar, das den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro vorausgegangen war.

Laut eines Berichtes der Nachrichtenagentur AFP stehen nahezu alle zwölf Austragungsorte, auch die für die neuen Disziplinen Big Air Snowboarding, Mixed Double Curling, Mass Start Speedskating und Alpine Team Skiing, kurz vor der endgültigen Fertigstellung.

Lediglich die neue Skipiste für Downhill Events bildet da eine Ausnahme. An keinem Veranstaltungsort gibt es Berge, die hoch genug wären für den benötigten vertikalen Sprung. Doch auch die neue Anlage ist bereits zu 85 Prozent fertig.

Fehlende Skitradition

Pyeongchang ist nach den japanischen Städten Sapporo (1972) und Nagano (1998) der dritte ostasiatische Gastgeber der Olympischen Winterspiele. Bereits 2010 und 2014 bewarb sich die Stadt um die Austragung der Spiele, jedoch erfolglos.

Schnell kamen in Pyeongchang Befürchtungen auf, dass die Wintersportfans aufgrund des Austragungsortes das Interesse an den Spielen 2018 verlieren könnten. Die Veranstalter erkannten das Problem jedoch und suchten nach Lösungen.

Südkorea Pyeongchang Olympische Winterspiele 2018 Vorbereitungen (picture-alliance/AP Photo/Lee Jin-Man)

Die Wintersportanlagen sind bereit für Sportler und Fans

"Es ist eine Grundsatzfrage", teilte der Geschäftsführer der Olympischen Spiele des IOC, Christophe Dubi, mit. "Wir müssen diese Spiele den Leuten schmackhaft machen. Das ist die Herausforderung die wir heute haben. Wir müssen die Spiele für die Menschen in Korea und den Rest der Welt interessant gestalten", erläuterte er. Darüber habe man mit den Veranstaltern in Pyeongchang auch offen gesprochen, ergänzte Dubi.

"Weder Euphorie noch Ablehnung"

Berichte aus Pyeongchang lassen vermuten, dass die Menschen zwar glücklich und stolz sind, Gastgeber der Spiele zu sein, doch überschwängliche Freude sucht man bei ihnen vergebens. So schreibt die Zeitung "Chosun Ilbo", dass die Einheimischen in puncto Winterspiele 2018 weder "Euphorie noch Ablehnung" empfänden.

In der Stadt selbst sind im Moment noch kaum Anhaltspunkte dafür zu finden, dass dort bald eines der größten internationalen Sportevents stattfinden wird. Ganz im Gegensatz zu dem Austragungsort der Winterspiele 2022 in China. In Peking werben schon jetzt, fünf Jahre vor Beginn, unzählige Werbetafeln an Stadien und Straßen rund um die Austragungsstätten für die Wettbewerbe.

Die Veranstalter in Südkorea versprechen den besorgten Fans sich mehr Mühe zu geben, die Spiele bald sehr viel aggressiver zu bewerben. "Ab dem 9. Februar gibt es Werbeaktionen, wir werden unser Marketing in Korea und der ganzen Welt beschleunigen", so Lee Hee-Beom, Präsident und Chef des Pyeongchang Organising Committee for the Olympic Games (POCOG).

Südkorea Maskottchen Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Getty Images/C. Spencer)

Die Maskottchen freuen sich auf die Wintersportfans

Unterschiedliche Ticketpreise

Die Wintersportfans, die die Wettkämpfe hautnah vor Ort erleben wollen, müssen sich bei den Hauptevents auf hohe Eintrittspreise einstellen. Karten etwa für die Eröffnungszeremonie und das Eishockey-Finale der Männer werden für umgerechnet rund 1225 Euro verkauft. Demgegenüber sind die Tickets für weniger populäre Wettkämpfe wesentlich billiger zu bekommen. Sie sind schon für umgerechnet rund 16 Euro zu haben.

Wenn die Veranstalter in Pyeongchang allerdings allzu sehr auf den neuen Wintersport-Enthusiasmus in China vertrauen und auf zahlreiche Besucher aus dem Nachbarland bauen, könnten sie möglicherweise bitter enttäuscht werden. Denn die Zahl der chinesischen Touristen ist zwischen 30 und 50 Prozent gesunken, nachdem Peking seinen Unmut über die von Südkorea geplante Stationierung eines US-Raketen Abwehrsystems zum Ausdruck brachte.

Das Abwehrsystem THAAD soll als Antwort auf die Atomtests Nordkoreas installiert werden. Sollte die südkoreanische Regierung an diesen Plänen festhalten, wird befürchtet, dass die Besucherzahlen in Südkorea noch weiter zurück gehen werden. Und das würde den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, trotz aller guten Organisationsarbeit ein Jahr vor der Eröffnung, nicht gut tun.

mp/ck (AFP/Reuters)

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