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Krise in Venezuela

Venezuela: Ende der Gewalt gefordert

Hunderte Frauen demonstrierten am Muttertag gegen die Gewalt im Land. Zeitgleich hat die Opposition die Armeeführung zu politischen Gesprächen über die Krise in dem südamerikanischen Land aufgefordert.

In schwarz gekleidete Frauen sind in Caracas für ein Ende der Gewalt auf die Straße gegangen. Sie riefen die Soldaten, die die Demonstration absicherten dazu auf, ihre Waffen niederzulegen und nicht auf Regierungsgegner zu schießen. Wenige Stunden zuvor war es bei Protesten gegen Staatschef Nicolás Maduro in den Ortschaften Caja Seca und Pueblo Llano im Westen Venezuelas zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen.

Seit Beginn der Protestwelle gegen den Präsidenten Anfang April wurden mindestens 38 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich.

Dauerhafter Protest

Die Frauen marschierten zum Sitz der Nationalgarde. "Das kann so nicht weitergehen. Soldat, senke deine Waffe, lasse uns durch und du wirst mit Liebe und Verständnis empfangen", hieß es in einer Erklärung, die die Schauspielerin Caterina Valentino vor einer Absperrung verlas.

Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lópes erklärte, die Streitkräfte stünden auf der Seite der Mütter. "Nehmen Sie an diesem Tag meine ehrlichen Glückwünsche entgegen, für die unermüdliche Arbeit, die Sie für die Menschheit leisten", hieß es in einer Mitteilung.

Seit Wochen gehen in Venezuela tausende Menschen gegen die sozialistische Regierung von Präsident Maduro auf die Straße. Die Opposition wirft ihm einen autoritären Regierungsstil vor. Der Präsident hingegen wittert eine Verschwörung konservativer Kreise und des Auslands.

Protest mit der heiligen Jungfrau in der Hand (Picture alliance/dpa/J. Cohen/NOTIMEX)

Protest mit der heiligen Jungfrau in der Hand

Während die Frauen demostrierten, forderte die parlamentarische Opposition die Aufnahme von Gesprächen mit der Armeeführung. "Ich rufe Verteidigungsminister López dazu auf, die Türen für einen ehrlichen Dialog innerhalb der Streitkräfte zu öffnen", sagte Parlamentspräsident Julio Borges. Bislang steht das einflussreiche Militär fest an der Seite von Staatschef Maduro.

Nach Angaben der Opposition hatten sich der Präsident und zwei seiner Vertrauten kürzlich mit López und mehreren Generälen getroffen, um über die von Maduro angestrebte Verfassungsreform zu beraten. Borges forderte nun auch für die Opposition das Recht ein, der Armeeführung ihre Sicht auf "das Chaos" in Venezuela darzulegen.

Schwere Wirtschaftskrise

Die Regierungsgegner geben Maduro die Schuld für die schwere Wirtschaftskrise, die zu dramatischen Versorgungsengpässen in dem ölreichen Land geführt hat. Die konservative Opposition boykottiert zudem Maduros Pläne für eine verfassunggebende Versammlung. Sie hält den Auswahlprozess für die 500 Mitglieder des Gremiums für illegal und fürchtet eine Einflussnahme der Regierung.

cgn/myk (afp, dpa)