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Lateinamerika

Hoher Blutzoll in Venezuela

Eskalation statt Entspannung: Bei gewaltsamen Protesten gegen Präsident Maduro sind schon wieder Menschen ums Leben gekommen. Demonstranten attackieren Polizisten und Soldaten neuerdings sogar mit Fäkalien.

"Mit großer Trauer muss ich mitteilen, dass ein weiterer junger Mann ermordet worden ist", sagte in Caracas der Bürgermeister des Stadtbezirks Baruta, Gerardo Blyde. Bei der Demonstration in der Hauptstadt wurden auch mehr als 80 Menschen verletzt, wie die Behörden mitteilten. Zudem starb ein am Montag verletzter 32-Jähriger in Mérida an seinen Verwundungen. Damit stieg die Zahl der Toten seit Anfang April bereits auf mindestens 39. 

Nicolás Maduro (Reuters/Miraflores Palace)

Seit 2013 im Amt: Nicolás Maduro

Die Demonstranten sehen Venezuela unter dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro auf dem Weg in die Diktatur - sie fordern rasche Neuwahlen und die Freilassung von Gefangenen, unter ihnen Oppositionsführer Leopoldo López. Maduro wirft seinerseits der Opposition vor, mit Hilfe der US-Regierung einen Putsch vorzubereiten. Mindestens 1600 Menschen wurden in den vergangenen vier Wochen festgenommen.

Proteste eskalieren zunehmend

Junge Gegner der Regierung werfen seit Tagen mitunter auch mit Fäkalien, Exkrementen und Urin gefüllte Beutel und Flaschen auf Soldaten und Polizisten der Nationalgarde. Diese versuchen mit Tränengasbomben, die Demonstranten zurückzudrängen. Mehrere Büsten von Hugo Chávez wurden in den vergangenen Tagen vom Sockel geholt und zerstört - der 2013 verstorbene Präsident hatte das Projekt eines "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" begründet.

Demonstranten in Venezuela (picture alliance/dpa/M. Quintero)

Caracas: Demonstranten suchen Schutz hinter Schilden

Als der Rohölpreis noch hoch war, konnten im ölreichen Venezuela Millionen Menschen aus bitterer Armut geholt werden, das Bildungs- und Gesundheitssystem wurde modernisiert. Mittlerweile steht das südamerikanische Land nach Jahren der Misswirtschaft vor dem Ruin, Lebensmittel und auch Medikamente fehlen. Die Zahl der Säuglinge, die vor Erreichen des ersten Lebensjahrs starben, sei im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf knapp 11.500 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in Caracas mit.

wa/se (dpa, afp)

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