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Wissen & Umwelt

VAX! - stoppt die Epidemie!

Wissenschaft klingt für viele nach staubigen Büchern, grauhaarigen Herren und endlosen Zahlenreihen - das stimmt nicht. Wir zeigen digitale Beispiele für den interaktiven Umgang mit Wissenschaft und Technik.

Mitch Emhoffs zweite Ehefrau Beth kehrt von einer Dienstreise aus Asien zurück. Erst hustet sie nur, dann sieht sie verschwommen, später bricht sie Zuhause zusammen. Sie wird ins Krankenhaus gebracht - und stirbt dort. So beginnt der Thriller Contagion des amerikanischen Regisseurs Steven Sonderbergh aus dem Jahr 2011. Und auch wenn der Film reine Fiktion ist, zeigt er doch wie rasant sich Krankheiten in Zeiten der Globalisierung verbreiten können. Egal ob die Schweinegrippe, SARS oder Ebola.

Ein einfaches Konzept

Die Ebola-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrikanischen Ländern ausbrach, gilt nach der Zahl der erfassten Erkrankungen und Todesfälle als bisher größte ihrer Art. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten im Verlauf der Epidemie - einschließlich der Verdachtsfälle - bisher 28.637 Menschen an Ebola, 11.315 starben (Stand: 27. Dezember 2015).

"VAX!" ist ein browserbasiertes Spiel, das zeigt, wie sich eine Krankheit in einem Netzwerk ausbreiten kann. Ein einfaches Konzept, das im Gegensatz zum oben genannten Film auf Abstraktion und Interaktion setzt. Die Aufgabe des Spielers: die Ausbreitung einer Epidemie verhindern.

Warum Impfen wichtig ist

"Vax ist ein Spiel über epidemische Prävention. Und eine interaktive Lernumgebung", schreiben die Macher des Spiels Ellsworth Campbell und Isaac Bromley von der Penn State University auf der Webseite des Spiels. Sie wollen damit aufzeigen, warum Impfen wichtig ist, wie die sogenannte Herdenimmunität funktioniert und wie sich Epidemien ausbreiten.

Beim Öffnen der Website bietet Vax eine kleine geführte Tour an, die Schritt für Schritt einmal durch das Spiel führt und die zentralen Begriffe einführt: Netzwerke, Epidemien, Impfstoffe und Quarantäne werden erklärt. Im sogenannten "Full Game"-Modus kann man dann direkt loslegen und verschiedene Schwierigkeitsgrade und optionalen Einstellungen wählen und spielen.

Besonderer Reiz

Das schlicht gehaltene Interface besteht aus einem Netzwerk - grau Punkte und Verbindungen. Es gilt durch geschicktes Auswählen Teile des Netzwerks zu isolieren, um die Verbreitung der Krankheit - dargestellt durch rote Punkte - einzudämmen. So weit, so schlicht. Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - entfaltet Vax einen besonderen Reiz.

Eine schöne, kleine interaktive Erfahrung, die zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema Epidemien, Impfen und Quarantäne anregt. So verweisen die Macher in den FAQs auch direkt auf weitere Informationsquellen, unter anderem einen kostenlosen Onlinekurs des Center for Infectious Disease Dynamics und der Penn State University mit dem Titel "Epidemics - the Dynamics of Infectious Diseases".

Das Spiel steht unter einer "Creative Commons"-Lizenz. Der Code befindet sich bei GitHub, dort soll man auch eventuelle Fehler im Spiel berichten. Ärgerlich und als Fehler bereits gemeldet ist, dass im Chrome-Browser Text abgeschnitten wird. Ein kleines Manko, das den guten Gesamteindruck aber kaum trügt.

Dieser Text erschien zuerst auf der unabhängigen Plattform sciencegames.de. Die von der Bosch Stiftung geförderte Seite sammelt und bespricht digitale Wissenschaftsspiele.

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