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Tödliche Luftangriffe

USA räumen Mitschuld für zivile Opfer in Mossul ein

Seit mehr als zwei Jahren bombardiert die US-geführte Koalition die IS-Terrromiliz in Syrien und im Irak. Vor allem die Offensive auf die Großstadt Mossul entwickelt sich zur Katastrophe für Zivilisten.

Zerstörungen in Mossul nach einem Luftangriff (Reuters)

Zerstörungen in Mossul nach einem Luftangriff

Der Kommandeur der internationalen Militärallianz gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat", IS, hat eine Mitverantwortung für die zivilen Opfer im Westen der irakischen Stadt Mossul eingeräumt. "Wir haben wahrscheinlich eine Rolle bei diesen Opfern gespielt", sagte US-Generalleutnant Stephen Townsend von Bagdad aus in einer telefonischen Pressekonferenz. "Wenn diese Unschuldigen getötet wurden, war es ein unbeabsichtigter Kriegsunfall", sagte Townsend mit Blick auf die bei Luftangriffen auf West-Mossul getöteten Zivilisten.

Viele zivile Opfer

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bei der Offensive zur Rückeroberung von West-Mossul aus der Gewalt des IS zwischen dem 17. Februar und dem 22. März mehr als 300 Zivilisten getötet worden. Bei einem Vorfall am 17. März wurden demnach mehr als hundert Zivilisten vermutlich durch einen Luftangriff der internationalen Koalition getötet.

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Schutzlos in Mossul

Einem UN-Sprecher zufolge hatten IS-Kämpfer zuvor mindestens 140 Menschen in einem Gebäude zusammengetrieben. Nach Angaben von Augenzeugen habe der IS zudem Sprengsätze in dem Haus deponiert, so der UN-Sprecher weiter.

Das irakische Verteidigungsministerium und die US-geführte Koalition haben inzwischen Untersuchungen eingeleitet, um herauszufinden, wer für den Vorfall am 17. März verantwortlich ist.

UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein begrüßte die Untersuchungen. Er forderte zudem eine "sofortige Überprüfung" der Militärtaktik, "um die Auswirkungen auf Zivilisten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren".

Kritik an Taktik der Koalition

Kritiker werfen der neuen US-Regierung vor, die Luftangriffe verschärft zu haben und weniger Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen. Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz Unbeteiligter seien gelockert worden. 

General Townsend wies dies zurück. Die Kämpfe in den engen Straßen der zweitgrößten irakischen Stadt seien die "bedeutendsten Straßenkämpfe" seit dem Zweiten Weltkrieg, und "wahrscheinlich die härtesten und brutalsten Nahkämpfe, die ich in meiner 35-jährigen Dienstzeit erlebt habe", sagte der US-Militär weiter.

 Die irakischen Streitkräfte und die internationale Militärkoalition hatten im Herbst eine Offensive gegen Mossul gestartet, um den IS aus seiner letzten Hochburg im Irak zu vertreiben. Den Osten Mossuls haben die Regierungstruppen bereits zurückerobert. Die Terrormiliz hatte die Millionenstadt im Sommer 2014 unter ihre Kontrolle gebracht.

wl/fab (afp,dpa)

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