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Mossul-Offensive

Amnesty: Koalition setzt in Mossul Leben von Zivilisten aufs Spiel

Im Kampf um die irakische IS-Hochburg Mossul hat die Zahl ziviler Opfer laut Amnesty International deutlich zugenommen. Die Organisation wirft der Militärkoalition vor, die Zivilisten nicht ausreichend zu schützen.

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Amnesty: Völkerrechtsbruch im Irak

"Die hohe Zahl ziviler Opfer lässt vermuten, dass die an der Offensive in Mossul beteiligten Koalitionsstreitkräfte keine ausreichende Vorsorge treffen, zivile Tote zu vermeiden", kritisierte Amnesty International in einem Bericht. Das sei ein "eklatanter Verstoß gegen internationales humanitäres Recht". Sowohl die Luftangriffe als auch die Gefechte am Boden hätten in den vergangenen Monaten zu einer erschütternden Zunahme ziviler Opfer geführt, so die Menschenrechtsorganisation.

Amnesty habe dokumentiert, dass im Kampf um Mossul Hunderte Zivilisten bei Luftschlägen in ihren Häusern oder an vermeintlich sicheren Orten getötet wurden. Die irakische Regierung habe sie zuvor aufgefordert, an Ort und Stelle zu bleiben und nicht zu fliehen, wie Überlebende und Augenzeugen berichtet hätten, heißt es in dem Bericht.

Zivilisten als "menschliche Schutzschilde"

In zahlreichen Fällen hätten Überlebende und Nachbarn den Berichterstattern erzählt, dass sich Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bei zerstörten Häusern befanden oder sich in benachbarten Gebäuden verschanzt hätten, die nicht Ziel der Angriffe waren. Amnesty wirft den IS-Milizen vor, immer wieder auch Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" zu missbrauchen.

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Mossul: Ein Leben zwischen Flucht und Explosionen

Bei US-geführten Luftangriffen seien "ganze Häuser mit vollständigen Familien darin zerstört" worden, sagte Donatella Rovera, die für Amnesty vor Ort in Mossul Fakten sammelt und Augenzeugenberichte dokumentiert.

"Die Tatsache, dass die irakischen Behörden Zivilisten wiederholt geraten haben, in ihren Häusern zu bleiben, statt aus dem Gebiet zu fliehen, belegt, dass die Koalitionsstreitkräfte gewusst haben müssen, dass diese Angriffe wahrscheinlich zu einer erheblichen Anzahl ziviler Opfer führen würden", so Rovera. "Übermäßige Angriffe und wahllose Angriffe verletzen internationales humanitäres Recht und können Kriegsverbrechen sein."

Koalition kündigt Untersuchung an

Bei Luftangriffen in West-Mossul waren nach Angaben der irakischen Behörden in den vergangenen Tagen zahlreiche Bewohner getötet worden. Manche Regierungsvertreter und Zeugen sprachen sogar von Hunderten zivilen Opfern. In dem Amnesty-Bericht ist von 150 Menschen die Rede, die Berichten zufolge am 17. März im Jadida-Viertel in West-Mossul getötet worden seien.

Das irakische Verteidigungsministerium leitete eine Untersuchung ein. Einige der Opfer wurden womöglich bei einem Luftangriff der US-geführten Anti-IS-Koalition getötet. Am Samstag räumte das Bündnis Luftangriffe in West-Mossul ein und kündigte ebenfalls eine Untersuchung an.

Irak Mossul Bergung Opfer Luftangriff (Reuters)

Feuerwehrmänner suchen nach der schweren Explosion nach verschütteten Menschen

Die Offensive zur Rückeroberung der zweitgrößten irakischen Stadt von den Dschihadisten hatte Mitte Oktober mit Unterstützung der von den USA angeführten Militärkoalition begonnen. Nach der Einnahme von Ost-Mossul im Januar begann im Februar der Angriff auf den Westteil der Stadt. Dabei wurden der Sitz der Regionalregierung, das Mossul-Museum und der Bahnhof zurückerobert.

rk/stu (afp, kna, dpa)

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