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Terror im Nahen Osten

USA intensivieren Luftangriffe im Jemen

Im Jemen herrscht seit fast zwei Jahren Bürgerkrieg, das macht sich Al-Kaida zunutze. Die USA nehmen die Terroristen nun verstärkt ins Visier - allerdings steht das US-Militär wegen eines Bombardements in der Kritik.

In den vergangenen beiden Nächten hätten Drohnen und Kampfjets über 30 Angriffe auf Ziele der Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida geflogen, sagte Pentagon-Sprecher Jeff Davis in Washington. Die Einsätze seien Teil den Bemühung, den Druck auf die Terroristen aufrechtzuerhalten.

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) sei ähnlich besorgniserregend wie die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), sagte Davis. "AQAP ist die Organisation, die mehr amerikanisches Blut an den Händen hat." Die Gruppe habe gezeigt, dass sie sehr erfolgreich darin sei, Anschläge auf Amerikaner zu planen und auszuführen. Diese Absicht hege sie auch weiterhin.

AQAP ist ein besonders starker Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die Gruppe macht sich das Chaos im Jemen zu Nutze, wo ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern der Regierung und schiitischen Huthi-Rebellen tobt. Die Terroristen eroberten vor allem im Süden Gebiete und gewannen an Einfluss.

Erster Einsatz unter Trump in der Kritik

Ein US-Regierungsvertreter schätzte die Zahl der Kämpfer am Freitag auf einige Tausend. Das US-Militär greift den Al-Kaida-Ableger seit einigen Jahren an. Besondere Aufmerksamkeit erregte Ende Januar eine Kommandoaktion amerikanischer Spezialkräfte, bei der mehrere Zivilisten sowie ein US-Soldat getötet wurden.

Es war die erste derartige Aktion, die Präsident Donald Trump genehmigt hatte. Der Einsatz ist umstritten. Das Weiße Haus wertete ihn als Erfolg. Beobachtern zufolge ging dabei aber sehr viel schief. Am Donnerstag berichtete der Sender NBC News unter Berufung auf Regierungskreise, dass er den Geheimdiensten keine wichtigen Erkenntnisse geliefert habe.

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Proteste in Jemen

Der Regierungsvertreter sagte dagegen, es seien große Mengen an Informationen sichergestellt worden, darunter Telefonnummern. "Es hilft uns definitiv dabei, das Netzwerk zu verstehen", sagte der Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Pentagon-Sprecher Davis erklärte, seit der Operation im Januar seien keine US-Soldaten an Gefechten beteiligt gewesen. Er wollte aber nicht sagen, ob es weitere Einsätze am Boden gegeben hat. "Wir sind von Zeit zu Zeit dort. Wir gehen rein und raus." Das Vorgehen sei mit der international anerkannten jemenitischen Regierung und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi abgestimmt, erklärte der Sprecher. Nach der Kommandoaktion hatte die "New York Times" berichtet, dass die jemenitische Regierung den USA die Erlaubnis für solche Einsätze entzogen habe.

myk/mas (dpa, afp)

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