UN kritisieren Einsatz von Kindersoldaten im Jemen | Aktuell Nahost | DW | 28.02.2017
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Kriegsverbrechen im Jemen

UN kritisieren Einsatz von Kindersoldaten im Jemen

Im jemenitischen Bürgerkrieg sollen über 1500 Kämpfer minderjährig sein - rekrutiert von beiden Kriegsparteien, sagen die UN. Das ist ein Kriegsverbrechen, doch viele Familien leben von dem Sold ihrer Söhne.

Die UN haben den Einsatz von Kindersoldaten im Jemen-Konflikt scharf verurteilt. Seit Ausbruch der Kämpfe im März 2015 bis Ende Januar 2017 hätten UN-Experten knapp 1480 Rekrutierungen von Jungen unter 18 Jahren dokumentiert, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf mit. Die Dunkelziffer liege deutlich über den genannten Zahlen. Die Kinder müssten oft direkt an der Front kämpfen oder sie kontrollierten Menschen an Checkpoints.

Die große Mehrzahl der kleinen Kämpfer werde von den Huthi-Rebellen eingesetzt. Einige Jungen seien zehn Jahre alt. Dass Kinder unter 15 Jahren, von Rebellengruppen und Dschihadisten angelockt, zu Soldaten und Kriegsakteuren werden und im Bürgerkrieg ums Leben kommen, sei ein Kriegsverbrechen, sagten die UN. Sie fordert von den Konfliktparteien die sofortige Freilassung aller Kindersoldaten.

Ein Kindersoldaten trägt stolz sein Maschinengewehr über seiner Schulter. (Foto: Getty Images/AFP/M. Huwais)

Dieser Junge kämpft auf Seiten der Huthi-Rebellen (Archivbild)

Indoktrination an Koran-Schulen

Die Huthi-Rebellen nutzten vor allem religiöse Schulen, um Kinder unter 15 Jahren für ihre Zwecke zu rekrutieren, ohne dass ihre Eltern davon erfahren, teilten Aktivisten mit. Die Menschenrechtsorgansiation Amnesty International beschreibt die "schrecklichen" Praktiken in ihrem neuen Bericht. Darin zitieren sie Familienmitglieder vier junger Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren, die von den Rebellen zum Dienst an der Waffe gezwungen wurden und seit zwei Jahren an der Grenze zu Saudi-Arabien kämpfen. In dem Amnesty-Bericht heißt es zudem, dass die Miliz viele Kinder in den Gebieten rekrutiert, die aufgrund des Konflikts nicht mehr zu Schule gehen können. Sollten sie in dem Krieg getötet werden, erhält offenbar die Familie monatlich 120 Dollar und Waffen. Die Huthi-Miliz hat die Vorwürfe bisher noch nicht kommentiert.

Seit zwei Jahren herrscht im Jemen ein Bürgerkrieg zwischen den Huthi-Rebellen und der Regierung, die von einer saudi-arabisch-westlichen Militärkoalition unterstützt wird. Tausende Zivilisten wurden verletzt oder getötet. Zudem leiden die Menschen in weiten Teilen des Landes unter einem akuten Mangel an Lebensmitteln. Laut den UN könnte schon bald für bestimmte Regionen eine Hungersnot ausgerufen werden.

pab/jj (AP, dpa, epd)

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