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Aktuell Amerika

US-Vorwahlkampf: Republikaner verschärfen den Ton

Am Dienstag sind die nächsten Vorwahlen um die US-Präsidentschaft. Die republikanischen Kandidaten haben sich deshalb erneut ein TV-Rededuell geliefert. Der Ton bei den Spitzenkandidaten wird zunehmend rauer.

Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wurde in der Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten mal wieder seinem Ruf als Rechtspopulist gerecht. Beim Thema Anti-Terrorkampf wählte der Milliardär markige Worte. Als Präsident würde er nicht nur die höchst umstrittene Verhörmethode "Waterboarding" gegen Terroristen wiedereinführen. Er würde noch "verdammt viel Schlimmeres" zulassen, als diese Form des simulierten Ertränkens, tönte Trump am Samstagabend in der vom Sender ABC am St. Anselm College in Manchester veranstalteten Debatte. "Wir haben Leute im Nahen Osten, die Christen die Köpfe abhacken", sagte der Immobilientycoon.

Es war das letzte direkte Aufeinandertreffen der republikanischen Kandidaten vor der nächsten Vorwahl am Dienstag im Bundesstaat New Hampshire. Zu Trumps schärfsten Konkurrenten zählt der erzkonservative Senator Ted Cruz, der sich in dem TV-Rededuell kaum milder gab.

Donald Trump und Ted Cruz - Foto: Carlo Allegri (Reuters)

Scharfmacher Trump und Cruz: "Waterboarding und Schlimmeres"

Er wäre in Notfällen ebenfalls "offen" für das "Waterboarding", etwa wenn es um die Verhinderung eines Anschlags gehe. Cruz vertrat die Ansicht, dass die umstrittene Verhörmethode "keine Folter" sei - was nicht nur Menschenrechtsorganisationen anders sehen. Dennoch sei er nicht für einen "weit verbreiteten Einsatz". Allerdings würde er im Fall einer drohenden Terrorattacke "alle möglichen Methoden" einsetzen, um das Land zu schützen.

Etablierte gegen Scharfmacher

Der Ex-Gouverneur von Florida, Jeb Bush, sagte dagegen in der ABC-Sendung, er würde an dem von Präsident Barack Obama verkündeten Verbot dieser Praxis nicht rütteln. "Ich denke, es ist angemessen, wo wir jetzt stehen", sagte der Bruder des früheren US-Präsidenten George W. Bush, der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 das in geheimen CIA-Gefängnissen angewendete "Waterboarding" gebilligt hatte.

Jeb Bush gehört eher zum Establishment der Republikaner - genauso wie zwei weiteren Bewerber: Ohios Gouverneur John Kasich und New Jerseys Gouverneur Chris Christie. Alle drei versuchten in der Fernsehdebatte am Samstagabend wieder Terrain gut zu machen im zunehmend schrilleren Vorwahlkampf. Die Entscheidung in New Hampshire dürfte voraussichtlich dazu führen, dass schwächere Kandidaten aus dem Rennen scheiden. Bush, Kasich und Christie priesen deshalb ihre Regierungserfahrung.

Kritik an Rubio

Sie konzentrierten ihre Angriffe vor allen auf Marco Rubio. Bei einflussreichen Konservativen gilt der 44-jährige Senator zunehmend als letzte Hoffnung gegen die Scharfmacher Cruz und Trump. Rubio sei eine "eine kluge Person und ein guter Typ", sagte Gouverneur Christie. "Aber er hat einfach nicht die Erfahrung, um Präsident der Vereinigten Staaten zu sein." Bei vielen Abstimmungen im Senat habe Rubio zudem gefehlt: "Das ist nicht Führungskraft. Das ist Schwänzerei."

Marco Rubio - Foto: Joe Raedle (Getty Images)

Kandidat Rubio: Letzte Hoffnung führender Konservativer

Auch Bush stellte die Fähigkeit von Rubio, Cruz und Trump für das Weiße Haus in Frage. "Führungsstärke muss man lernen, und man lernt es, indem man es macht", sagte der Kandiat, der gleich mit zwei Ex-Präsidenten verwandt ist. Bush nahm sich zudem Multimilliardär Trump vor, warf ihm unter anderem herzlose Praktiken als Unternehmer vor. "Wie stark ist es, einer alten Frau den Grundbesitz wegzunehmen?" konterte er, als Trump ihm vorhielt, er versuche, sich als "starker Mann" zu profilieren.

Trump führt in Umfragen

Meinungsforscher sagen einen Sieg von Trump bei der Vorwahl in New Hampshire am Dienstag voraus. Laut der Website realclearpolitics.com kommt er in Umfragen auf gut 30 Prozent. Rubio folgt demnach mit rund 16 Prozent. Trump hatte allerdings auch schon vor dem Vorwahl-Auftakt vergangenen Montag in Iowa in Umfragen vorne gelegen, landete dann aber hinter dem erzkonservativen Senator Cruz nur auf dem zweiten Platz.

Meinungsforscher sehen Cruz in New Hampshire hingegen nur bei zwölf Prozent. Die Wählerschaft in dem Bundesstaat im Nordosten der USA gilt als gemäßigt konservativ. Evangelikale Christen, die zu Cruz' größten Anhängern gehören, haben hier weniger Einfluss als in Iowa.

AR/se (afp/dpa)

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