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Aktuell Asien

US-Student in Nordkorea zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt

Weil er angeblich Propagandamaterial gestohlen hat, fällte das Oberste Gericht in Pjöngjang das drakonische Urteil. Der US-Student war als Tourist nach Nordkorea eingereist.

Der Student von der Universität Virginia hat angeblich eine politische Botschaft aus einem Mitarbeiterbereich seines Hotels in Pjöngjang entwendet, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf nordkoreanische Medien berichtet. Demnach verurteilte das Oberste Gericht den 21-Jährigen wegen "feindlicher Aktivitäten" zu 15 Jahren Arbeitslager. Die Mutter eines Freundes, eine Methodistin, habe ihn um "eine Trophäe" gebeten. Sie habe ihm ein Auto im Wert von 10.000 Dollar (gut 9000 Euro) oder für den Fall seiner Festnahme 200.000 Dollar für seine Familie versprochen.

Gefangene als politisches Faustpfand

Der Student hatte sich nach nordkoreanischen Angaben zu dem Diebstahl bekannt. Der junge Mann war den nordkoreanischen Angaben zufolge mit einem Touristenvisum eingereist, um die "Fundamente der Einheit" des Landes zu erschüttern. Dabei habe der Student "unter der Anleitung der US-Regierung" gehandelt. Der Student war im Januar bei seiner Ausreise verhaftet worden.

In Nordkorea wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Häufig versucht Pjöngjang, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen. Erst im Dezember war ein koreanisch-kanadischer Pastor wegen Subversion zu lebenslangem Arbeitslager verurteilt worden.

cr/stu (afp, dpa)