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USA/Russland

US-Stromversorger entdeckt mutmaßlich russischen Computervirus

Russische Hacker haben offenbar versucht, in das Netzwerk eines US-Elektrizitätswerks einzudringen. Die Cyberattacke hatte keine direkten Folgen, legt aber die Verwundbarkeit der amerikanischen Infrastruktur bloß.

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Die Elektrizitätswerke der Stadt Burlington im US-Bundesstaat Vermont teilten mit, infiziert sei ein Laptop, der allerdings nicht mit dem Stromnetz des Unternehmens verbunden sei. Es handele es sich um eine Schadsoftware, die im Zusammenhang mit einem Hackerprogramm namens "Grizzly Steppe" stehe. Nach Darstellung der US-Regierung stammt das Programm vom russischen Auslandsgeheimdienst.

Über den Fund in Burlington hatte zuerst die Zeitung "Washington Post" berichtet. Ihm ging nach Angaben der Elektrizitätswerke eine Warnung des US-Heimatschutzministeriums an die Energieversorger voraus. 

Noch viele Unklarheiten

Die Cyberattacke habe für den Betrieb des Unternehmens keine direkten Folgen gehabt, aber die "Verwundbarkeit" des amerikanischen Stromnetzes deutlich gemacht, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Behörden. Wann der Code entdeckt wurde, wurde nicht mitgeteilt. Auch sei der genaue Grund für den Angriff des Netzwerkes unklar. Möglicherweise hätten die russischen Hacker testen wollen, ob sie in einen Teil des US-Netzwerkes eindringen können, heißt es in dem Blatt weiter.

Eine mit der Angelegenheit vertraute Person deutete an, dass die Schadsoftware auch durch den Besuch einer suspekten Internetseite auf den Laptop gelangt sein könnte. In einem solchen Fall wäre das Energieunternehmen in Vermont nicht direkt von russischen Hackern angegriffen worden.

Keine unabhängige Prüfung möglich

Laut einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht der US-Bundespolizei attackierten russische Geheimdienste in den vergangenen zwei Jahren das Computersystem der Demokratischen Partei von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit betrügerischen E-Mails. Demnach setzten sie ihre Hackerversuche auch nach der Präsidentschaftswahl im November fort. Die US-Geheimdienste werfen Moskau vor, mit solchen Angriffen in den US-Wahlkampf eingegriffen zu haben und dabei das Ziel verfolgt zu haben, die Chancen des Immobilienmilliardärs Donald Trump auf einen Sieg zu erhöhen. Der scheidende US-Präsident Barack Obama reagierte darauf mit einer Reihe von Strafmaßnahmen. Unter anderem wies er 35 russische Geheimagenten aus.

Die Vorwürfe der US-Regierung gegen Russland sind unabhängig kaum zu überprüfen, weil die Geheimdienste keine Beweise herausgeben. Nach Experteneinschätzung ist eine eindeutige Zuordnung zu einem Herkunftsland oder einer speziellen Hackergruppe mit herkömmlichen Methoden bislang auch nur schwer möglich.

sti/rb (afp, dpa, rtr)