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Amerika

US-Senator Edward Kennedy gestorben

US-Senator Edward "Ted" Kennedy ist tot. Der demokratische Senator von Massachusetts war der jüngste Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.

Edward Kennedy bei einer Rede 2008 (Archivfoto: ap)

Er galt im politischen Spektrum der USA als links-liberaler Reformer

Edward Kennedy starb in der Nacht zum Mittwoch (26.08.2009) in seinem Haus in Hyannis Port im US-Bundesstaat Massachusetts. Er erlag einem unheilbaren Gehirntumor, der im Mai 2008 diagnostiziert wurde.

Kennedy soll am Samstag auf dem Nationalfriedhof Arlington in Washington beigesetzt werden. Vor der Beisetzung am Nachmittag ist eine Trauerfeier in Boston (Massachusetts) geplant.

Bei dem Gottesdienst wird US-Präsident Barack Obama eine Rede halten, wie aus Kreisen des Weißen Hauses auf der Insel Martha's Vineyard verlautete, wo das amerikanische Staatsoberhaupt derzeit seinen Urlaub verbringt.

Obama würdigt seinen Freund

Obama zeigte sich am Mittwoch bestürzt über den Tod Kennedys. In einer Erklärung schrieb er: "Michelle und ich waren zutiefst bestürzt, als wir heute Morgen vom Tod unseres lieben Freundes, Senator Ted Kennedy, erfahren haben. Fünf Jahrzehnte lang trug praktisch jedes wichtige Gesetz, mit dem Bürgerrechte, Gesundheit und Wohlstand des amerikanischen Volkes gefördert wurden, seinen Namen und ging auf seinen Einsatz zurück."

Auch der britische Premierminister Gordon Brown würdigte den verstorbenen US-Senator. Er bezeichnete Kennedy als den "Senator der Senatoren". Nicht nur in Amerika, sondern auf jedem Kontinent werde um ihn getrauert", erklärte Brown in London.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Beileidsschreiben: "Edward Kennedy war über Jahrzehnte eine der herausragenden Persönlichkeiten der amerikanischen Politik. Sein Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden war geprägt von Überzeugung und Standhaftigkeit. Deutschland und Europa verlieren mit Senator Kennedy einen guten und geschätzten Freund."

Ende einer Ära

Kennedy lässt sich von Parteifreunden feiner (Archivfoto: ap)

Im Präsidentschaftswahlkampf 2008 unterstützte Kennedy Obama

Edward war das jüngste von neun Kennedy-Geschwistern. Seit 1962 vertrat der Demokrat den Bundesstaat Massachusetts im US-Senat. Im Wahlkampf im vergangenen Jahr zählte er zu den gewichtigsten Unterstützern der Kandidatur des jetzigen Präsidenten Barack Obama. "Ich genoss sein Vertrauen und seine gewaltige Unterstützung während meiner Kandidatur für die Präsidentschaft. Und auch, als er tapfer gegen die tödliche Krankheit kämpfte, konnte ich als Präsident von seiner Ermutigung und seiner Klugheit profitieren", schrieb Obama am Mittwoch.

Erst Anfang August war Edward Kennedys Schwester Eunice Kennedy Shriver gestorben. Die Vorkämpferin für die Akzeptanz von Behinderten war 88 Jahre alt geworden. Von den insgesamt neun Geschwistern lebt jetzt nur noch Jean Kennedy Smith.

Links-liberaler Reformer

Im politischen Spektrum der USA galt Edward Kennedy als links-liberal mit sozialreformerischer Attitüde. Im Senat setzte er sich unter anderem für die besitzlose und die farbige Bevölkerung, für eine Reform der Einwanderergesetze und für die vietnamesischen Flüchtlinge ein. Ebenso sprach er sich seinerzeit schon früh für ein Ende der amerikanischen Intervention im Vietnamkrieg aus. Als die Aufgabe seines Lebens bezeichnete Kennedy sein Ziel, jedem US-Bürger eine Krankenversicherung zugänglich zu machen. Bis zuletzt unterstütze er Obama bei dessen Reformplänen zur Gesundheitspolitik. Im Mai 2009 schrieb er im "Boston Globe": "Ich habe von der besten Medizin profitiert. Aber ich bin auch Zeuge der Frustration und Empörung von Patienten und Ärzten gleichermaßen geworden, die der Herausforderung eines Systems gegenüberstehen, das Millionen Amerikaner betrügt."

US-Präsident Barack Obama und Edward Kennedy (Foto: AP)

"Er hatte immer Zeit für einen Kollegen": Präsident Obama und Edward Kennedy

Einen schwerwiegenden Knick in der politischen Karriere Kennedys bedeutete die Nacht zum 19. Juli 1969: Kennedy stürzte damals auf der Insel Chappaquiddick (Massachusetts) nach einer Party mit seinem Auto von einer Brücke ins Wasser. Er selbst rettete sich; seine Begleiterin, die Wahlhelferin Mary Jo Kopechne, ertrank. Wegen Fahrerflucht wurde er zu Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Dieser nie voll aufgeklärte Vorgang, den Kennedy selbst als "irrational, unerklärlich und unentschuldbar" bezeichnete, warf damals die Frage auf, ob er in der Lage sei, unter dem Druck einer etwaigen Präsidentschaft, für die er auf Grund seiner politischen Begabung und als Mitglied der Kennedy-Dynastie wiederholt ins Gespräch gebracht wurde, hinreichend rational zu handeln. (mas/nem/gri/afp/ap/dpa)

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