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"Magnum"-Legende

US-Bildjournalist John G. Morris gestorben

Seinen Namen kennen nur wenige. Doch viele Fotos, die er veröffentlichte, sind Ikonen der Zeitgeschichte. Jetzt ist der unerschrockene Bildredakteur mit 100 Jahren in Frankreich gestorben.

Als Fotograf war John G. Morris lange Jahre in führender Position für die berühmte Foto-Agentur "Magnum" tätig. "Eine Legende ist gestorben", meldet der Verband World Press Photo zu seinem Tod. Morris wurde 100 Jahre alt. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am Freitag (28.07.2017) in einem Krankenhaus in Frankreich. "John Morris hat eine sehr wichtige Rolle in den ersten Jahren von Magnum gespielt", schreibt Direktor David Kogan auf der Webseite der 1947 gegründeten Agentur. Morris schickte die Fotoreporter zu den Krisenherden der Welt.

1944 war John G. Morris als Bildredakteur ein echter Coup gelungen: Dank seiner guten Kontakte zu seinem Freund Robert Capa, schaffte er es, exklusiv die einzigen Fotografien von der Landung der alliierten Truppen in der Normandie zu veröffentlichen. Damit machte er sich bei den führenden US-Medien und weltweit einen Namen.

Robert Capa (AP)

John G. Morris war eng mit Magnum-Fotograf Robert Capa (rechts) befreundet, links General Dwight Eisenhower

Morris arbeitete nicht nur als Fotograf, sondern auch als politisch engagierter Publizist und Redakteur, unter anderem beim Fotomagazin "Life", bei der "New York Times" (NYT) und der "Washington Post". Er setzte seinerzeit in der Redaktion der renommierten NYT durch, dass das erschütternde Bild von einem nackten vietnamesischen Mädchen, das nach einem Napalmangriff flieht, auf der Titelseite abgedruckt wurde. Damals waren in den USA keine Fotos von unbekleideten Personen erlaubt. Das Bild ging danach um die Welt - als Anklage gegen den sinnlosen Vietnamkrieg.

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