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Streit um Unkrautvernichter

US-Behörde sieht Krebsgefahr durch Glyphosat

Der Saatgut-Konzern Monsanto hat mit seinem umstrittenen Unkrautvernichter einen Rückschlag in den USA erlitten. In Kalifornien kommt der Wirkstoff Glyphosat nun auf die Liste potentiell krebserregender Chemikalien.

In Kalifornien teilte die zuständige Behörde für Gesundheit und Umwelt am Montag mit, Glyphosat werde ab dem 7. Juli auf die Liste mit Chemikalien gesetzt, die krebserregend sein können.

Ein Jahr später könnte Monsanto dann verpflichtet werden, seinen Unkrautvernichter Roundup nur noch mit einer entsprechenden Warnung auf der Verpackung zu verkaufen.

Kalifornien wäre dann der erste US-Bundesstaat, der Monsanto zu einer solchen Produktwarnung zwingt.

Der US-Konzern will gegen die Entscheidung in Kalifornien vorgehen und nannte sie "ungerechtfertigt auf der Basis von Wissenschaft und Gesetz". Glyphosat sei nicht krebserregend, argumentierte das Unternehmen, und Warnhinweise seien geschäftsschädigend.

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"Wir werden weiter aggressiv gegen diese ungerechtfertigte Entscheidung vorgehen", sagte Scott Partridge, Monsantos Vizepräsident für globale Strategie.

Imageproblem für Bayer?

Bereits im Januar hatte ein kalifornisches Gericht entschieden, dass die Pflicht zu einem Warnhinweis grundsätzlich rechtens sei. Monsanto hatte gegen die Entscheidung Berufung eingelegt.

Monsanto wird gerade in einem 66 Milliarden Dollar schweren Deal vom deutschen Bayer-Konzern übernommen. Kritiker der Transaktion befürchten ein Imageproblem für Bayer. Denn Monsanto sieht sich wegen Glyphosat immer neuer Klagen ausgesetzt.

Die Gesundheitsbehörde in Kalifornien muss auch entscheiden, ob die Konzentration von Glyphosat im Unkrautvernichter Roundup hoch genug ist, um gesundheitsschädlich zu sein.

Weltweit eingesetzt

Glyphosat ist farb- und geruchslos und wird unter anderem von Landwirten, auf Golfplätzen und in Weingebieten eingesetzt. Die Substanz kam erstmals 1974 als Wirkstoff des Unkrautvernichters Roundup auf den Markt, Monsanto hatte darauf ein Patent erhalten.

Seit den 1990er Jahren bietet das Unternehmen zudem gentechnisch verändertes Saatsgut an, das gegen Glyphosat resistent ist. So kann das Herbizid während der gesamten Wachstumsphase eingesetzt werden, ohne die Pflanzen zu schädigen.

Glyphosat ist mengenmäßig der bedeutendste Wirkstoff von Unkrautvernichtern weltweit und wird in 160 Ländern eingesetzt. Allerdings ist Monsanto seit dem Ablauf seiner Patente nichtd mehr der einzige Hersteller des Wirkstoffs.

bea/hb (reuters, ap)