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Aktuell Asien

Urteil im chinesischen Politkrimi

Die Schlüsselfigur im Skandal um den entmachteten chinesischen Spitzenpolitiker Bo Xilai ist verurteilt worden: Wang Lijun, der die Affäre ins Rollen brachte, muss 15 Jahre hinter Gitter, entschied ein Gericht.

Wang Lijun wurde vom Volksgerichtshof im südwestchinesischen Chengdu der Bestechlichkeit, Rechtsbeugung, Fahnenflucht und des Machtmissbrauchs für schuldig befunden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Der ehemalige Polizeichef und Vizebürgermeister der Millionen-Metropole Chongqing akzeptiere die Strafe und wolle keine Berufung einlegen, heißt es.

Mit seinen Enthüllungen hatte der 52-Jährige im Frühjahr die größte Krise in der jüngeren Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas ausgelöst. In dem Politkrimi war der mächtige Parteichef von Chongqing, Bo Xilai, im März gestürzt worden. Die Partei ermittelt gegen ihn wegen "schwerer disziplinarischer Verstöße". Bos Ehefrau Gu Kailai erhielt im August wegen Mordes an dem britischen Geschäftsmann Neil Heywood eine Todesstrafe auf Bewährung - was einer lebenslangen Haftstrafe entspricht.

Spektakuläre Flucht

Wang soll den Mord gedeckt haben. Er hatte sich im Februar in das US-Konsulat in Chengdu geflüchtet und Asyl beantragt. Später verließ Wang das Konsulat freiwillig und sagte in dem Fall aus. Bei dem Prozess hatte er eingeräumt, sein Amt missbraucht zu haben.

Die Kommunistische Partei will bei ihrem Parteikongress, der voraussichtlich im kommenden Monat stattfindet, eine Reihe von Spitzenämtern neu besetzen. Bo Xilai galt ursprünglich als aussichtsreicher Kandidat für einen Sitz im Politbüro. Er wird seit Monaten offenbar an einem geheimen Ort festgehalten.

wa/GD (dpa, afp, dapd)

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