1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bundeswehr

Ursula von der Leyen schwört Bundeswehr auf lange Mali-Mission ein

Bis Oktober wurden 70 Blauhelmsoldaten in dem westafrikanischen Staat getötet. Wohl nirgendwo leben Angehörige der Bundeswehr so gefährlich wie in Mali. Ihr Verband beklagt allerdings auch harmlose Widrigkeiten.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat die deutschen Soldaten auf einen langen Einsatz im gefährlichen Norden Malis eingestimmt. "Es gilt bei diesem Einsatz, dass wir Geduld haben müssen", sagte sie bei einem Truppenbesuch in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao am Rande der Sahara.

Vergleiche mit dem seit 15 Jahren laufenden, verlustreichen Einsatz in Afghanistan wies von der Leyen zurück. "Das wäre nicht fair - diesem Land und dem Kontinent Afrika gegenüber." Allerdings brauche es seine Zeit, bis Mali allein für seine Sicherheit sorgen könne. "Insofern müssen wir uns auf einen längeren Zeitraum in der internationalen Gemeinschaft einstellen", sagte die Ministerin.

Bis heute drohen Anschläge

In Gao sind rund 600 deutsche Blauhelmsoldaten stationiert. Sie sind Teil der UN-Mission MINUSMA, die als gefährlichste der Vereinten Nationen weltweit gilt. Hauptaufgabe der Soldaten ist es, eine Waffenruhe zu überwachen, die 2015 im Rahmen eines Friedensabkommens zwischen den malischen Konfliktparteien vereinbart wurde.

Afrika Bundesverteidigungsministerin von der Leyen in Mali (picture alliance/dpa/K. Nietfeld)

Schwer bewaffnet, kurz geduscht: Ein deutscher Blauhelmsoldat sichert die Ankunft der Ministerin in Gao

Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten. Erst eine französische Intervention konnte die Aufständischen stoppen. Diese verüben bis heute immer wieder Anschläge, die auch die UN-Truppen treffen. Bis Oktober wurden 70 Blauhelme und andere UN-Mitarbeiter getötet.

Mehr Blauhelme aus Deutschland

Die Beteiligung der Bundeswehr an der MINUSMA-Mission soll im kommenden Jahr stark ausgeweitet werden. Die Obergrenze für den Einsatz deutscher Soldaten steigt dann von 650 auf 1000. Für Rettungsaktionen sollen jeweils vier Kampf- und Sanitätshubschrauber bereitgestellt werden.

Bereits jetzt sind drei der größten Bundeswehrdrohnen vom Typ "Heron" für Aufklärungsflüge in Gao stationiert. Die Drohne überwacht einen großen Teil des unsicheren Nordens. Die internationale Gemeinschaft könne indes nur einen Rahmen bieten und den einhemischen Kräften Zeit verschaffen, sagte von der Leyen. Die Regierung und die Gesellschaft Malis müssten mitziehen.

"Soldatisch ehrenvolle" Selbstbeschränkung

Kritische Töne kamen derweil aus Bonn. Bundeswehrverbands-Chef Andé Wüstner rügte, operativ sei in Mali wenig von einem vernetzten Ansatz zu sehen. Er befürchte, dass dauerhaft die gleichen Fehler wie in Afghanistan gemacht würden: mit "ziellosem Einsatz von Entwicklungsgeldern, wenig Koordination zwischen den Ressorts, gepaart mit überzogenen Erwartungen", sagte Wüstner der "Bild"-Zeitung.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels beklagte, die Wasserversorgung der Bundeswehrsoldaten in Mali sei mangelhaft. Der stellvertretende Generalinspekteur Markus Kneip, der von der Leyen begleitete, wie dies im UN-Camp in Gao zurück. Dort sind die Soldaten angehalten, nur zwei Minuten zu duschen. Doch Selbstbeschränkung sei "soldatisch ehrenvoll" erklärte Kneip. "Soldaten können auch mit einer Wasserflasche duschen."

jj/se (dpa, afp)