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Asien

Unruhen im Westen Chinas

Die Provinzregierung in Xinjiang will "den Terror" mit aller Härte bestrafen, während die Exil-Uiguren von einem "Verzweiflungskampf" sprechen. Peking beschuldigt islamische Extremisten aus Pakistan der Tat.

Immer wieder kommt es zu Unruhen in Xinjiang. Peking reagiert mit Militär und Härte (Foto: AP)

Immer wieder kommt es zu Unruhen in Xinjiang. Peking reagiert mit Militär und Härte

Am Wochenende kam es in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang erneut zu gewalttätigen Unruhen. In der Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren ist die Zahl der Toten auf mindestens 19 gestiegen, insgesamt wurden 40 Menschen verletzt. Bewaffnete Männer sollen durch die Straßen der Stadt Kashgar gezogen sein und dabei willkürlich Menschen attackiert haben. Nach chinesischen Medienberichten explodierten zwei Bomben in der Stadt.

Kashgar liegt in der Grenzregion zu Pakistan (Quelle: ap)

Kashgar liegt in der Grenzregion zu Pakistan

Laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua wurden fünf der etwa 14 Angreifer von der Polizei erschossen, weitere fünf seien festgenommen worden. Damit wurde Xinjiang innerhalb weniger Wochen erneut Schauplatz gewaltsamer Unruhen, die bereits mehrere Todesopfer gefordert haben.

Unterstützung aus Pakistan?

Der örtliche Parteisekretär Zhang Chunxian kündigte harte Strafen gegen die "Unruhestifter" an. Die Stabilität und Sicherheit in ganz Xinjiang habe für ihn höchste Priorität. Gleichzeitig machten chinesische Behörden "Terroristen, die in Pakistan ausgebildet worden seien", für die Gewalt verantwortlich.


Nach Angaben chinesische Behörden seien die Angreifer islamistische Extremisten, die die Loslösung der Provinz Xinjiang von China fordern und sich für ein unabhängiges Ostturkistan einsetzen. Offiziell gilt Xinjiang als autonome Region. Die damit einhergehenden Sonderrechte für ethnische Minderheiten finden allerdings oft keine Anwendung.

Xinjiang ist die Heimat der muslimischen Uiguren-Minderheit (Foto: dpa)

Xinjiang ist die Heimat der muslimischen Uiguren-Minderheit

"Verzweiflungskampf"

Dilxadi Rexiti, Sprecher des Welt-Uiguren-Kongress (WUC) in München, sieht die Unruhen als Beweis für einen "Verzweiflungskampf" der Uiguren gegen die chinesischen Machthaber. "Die systematische Unterdrückung durch die chinesischen Behörden dient dazu, dass es den einheimischen Uiguren nicht möglich ist, sich friedlich auszudrücken und ihre Interessen zu wahren", so Rexiti.

"Wir sind keine Terroristen. Die Chinesen sind diejenigen, die uns so weit getrieben haben", sagte der Sprecher des WUC. Seinen Informationen aus Xinjiang zufolge hätten chinesische Sicherheitskräfte wahllos auf Uiguren geschossen. Hunderte seien bereits inhaftiert worden oder seien einfach verschwunden.

Am Montag (01.07.2011) wurde die Abriegelung Kashgars aufgehoben, die tags zuvor verhängt worden war. Augenzeugenberichten zufolge patrouillieren schwer bewaffnete Polizisten durch die Straßen der Stadt. Sicherheitspersonal würde zudem den zentralen 'Platz des Volkes' bewachen.

Autorin: Yutong Su

Redaktion: Chi Viet Giang


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