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Wissen & Umwelt

Uniklinik Frankfurt: Lassa-Fieber-Patient schwer krank

Das erste Mal hat sich ein Mensch außerhalb Afrikas mit dem Lassa-Fieber angesteckt. Der Mann ist Bestatter und hatte Kontakt mit der Leiche des Patienten, der im Februar in Köln am Lassa-Fieber gestorben ist.

Ein Bluttest hat bestätigt, dass der Patient mit dem Lassa-Virus infiziert ist. Der Mann aus Alzey in Rheinland-Pfalz ist Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts. In der Nacht zum Mittwoch (16.3.2016) war der Mann auf die Sonder-Isolierstation der Frankfurter Uniklinik gebracht worden.

Nach Auskunft seiner Ärzte geht es ihm sehr schlecht. "Der Patient zeigt alle Zeichen einer schweren Virusinfektion", sagte der behandelnde Oberarzt Timo Wolf. Die Spezialisten zeigten sich aber optimistisch, dass er geheilt wird. Er sei in einem sehr frühen Krankheitsstadium eingeliefert worden. Nach Angaben des Klinikums wird er mit dem Medikament Ribavirin behandelt, das die Vermehrung von Viren im Körper hemmt. Seine Familienangehörigen wiesen zwar keinerlei Krankheitssymptome auf, sie seien aber vorsorglich ebenfalls stationär aufgenommen worden, teilte der behandelnde Arzt mit.

Oberarzt der Infektiologie, Dr. Timo Wolf, Frankfurt am Main Foto: picture-alliance/dpa/A.Heinl

Timo Wolf, Uniklinik Frankfurt

Lassa-Fieber in Deutschland

Es sei weltweit der erste Fall einer Ansteckung außerhalb von Afrika, sagte René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. Vor den Ereignissen dieses Jahres gab es nur fünf dokumentierte Lassa-Fälle in Deutschland. Sie alle waren eingeschleppt worden. Drei der fünf Patienten konnten geheilt werden. Einer dieser Lassa-Patienten war bereits im Jahr 2006 eerfolgreich in der Uniklinik Frankfurt behandelt worden.

Der genaue Übertragungsweg im gegenwärtigen Fall sei noch nicht aufgeklärt, gab René Gottschalk bekannt. Fest steht aber, dass der Mann aus Alzey mit der Leiche des verstorbenen Lassa-Patienten in Kontakt gekommen war. Der US-Bürger, der in Togo als Krankenpfleger gearbeitet hatte, war am 26. Februar in Köln gestorben. Erst am 9. März wurde festgestellt, dass er sich mit dem Lassa-Virus infiziert hatte.

Elektronenmikroskopische Aufnahme des Lassa-Virus Foto: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI)/Tropeninstitut Hamburg dpa/lno

Lassa-Viren unter dem Elektronenmikroskop

Das Lassafieber ist wie Ebola und Dengue-Fieber ein hämorrhagisches Fieber, also eine Fiebererkrankung, die mit schweren inneren Blutungen einhergehen kann. Die Inkubationszeit beträgt zwischen einer und drei Wochen. Die Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich.

Übertragen wird das Virus normalerweise von Ratten und Mäusen auf den Menschen. Ist die Krankheit einmal beim Menschen ausgebrochen, können Patienten das Virus leicht auch an andere Menschen weitergeben: Durch Tröpfcheninfektionen, offene Wunden oder den Austausch von Körperflüssigkeiten.

Schätzungen zufolge erkranken jedes Jahr 100.000 bis 300.000 Menschen in Afrika an dem Virus. 98 Prozent der Erkrankten, die in eine Klinik eingeliefert werden, überleben.

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