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Asien

UNICEF kritisiert Rekrutierung von Kindersoldaten

Immer mehr Kindersoldaten müssen nach Angaben von UNICEF für die tamilische Rebellenorganisation LTTE in Sri Lanka kämpfen. Die Lage für die Zivilisten spitzt sich unterdessen immer weiter zu.

Kindersoldaten der LTTE mit Gewehren (Foto: AP)

Die Rebellen setzen sogar 14-Jährige im Kampf gegen die Regierung ein

In Sri Lanka sind bei den Kämpfen zwischen Armee und tamilischen Rebellen immer mehr Kinder getroffen. Nach Angaben von UNICEF wächst die Zahl von Heranwachsenden, die für die "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) kämpfen müssen. Das UN-Kinderhilfswerk habe eindeutige Beweise, dass die LTTE die Rekrutierung von Kindern verstärke und sogar 14-Jährige zu Soldaten gemacht würden, berichtete der Leiter von UNICEF in Sri Lanka, Philippe Duamelle, am Dienstag (17.02.2009).

Duamelle warnte, diese Kinder seien in akuter Gefahr, ihr Leben sei bedroht. Das Kinderhilfswerk hat nach eigenen Angaben rund 6000 Fälle zwischen 2003 und Ende 2008 dokumentiert, in denen Kinder von der LTTE gekrutiert worden seien. Zugleich habe UNICEF rund 3500 ehemalige Kindersoldaten unterstützt.

Im Kampfgebiet geraten Zivilisten zwischen die Fronten

Die Rebellen lassen immer mehr Kinder für sich kämpfen (Foto: AP)

Die Kindheit findet beim Einsatz als Soldaten ein jähes Ende

Gleichzeitig geraten immer mehr Kinder zwischen die Fronten, wie UNICEF berichtete. In der vergangenen Woche seien aus dem Norden des Landes viele verletzte Kinder in Sicherheit gebracht worden. Die Regierung Sri Lankas wirft den Rebellen vor, die Zivilisten gewaltsam an der Flucht aus dem Kampfgebiet zu hindern und sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Auch die UN-Vertretung in Colombo beschuldigte die tamilischen Rebellen, die Zivilisten an der Flucht aus den Kampfgebieten zu hindern. Unter den Eingeschlossenen seien auch 15 UN-Mitarbeiter und 75 ihrer Angehörigen. Die Aufständischen wiesen die Vorwürfe zurück. Über den Internetdienst Tamilnet, der der LTTE nahesteht, warf der Leiter der "Tamilischen Wohlfahrtsorganisation", Veluillai Sivanadiyar, den Vereinten Nationen eine Parteinahme für die Regierung vor.

"Sicherheitszonen" bieten keinen ausreichenden Schutz

Bewaffnete gehen in Sri Lanka an zerstörten Häusern vorbei (Foto: dpa)

Ihre Häuser sind zerstört, nun geht es für tausende Zivilisten um das nackte Überleben

Der LTTE-nahe Internetdienst berichtete am Dienstag außerdem von "rund 275 Zivilisten", die seit Samstag bei Artilleriebeschuss der Armee im Kampfgebiet getötet worden seien. Tausende Zivilisten säßen wegen des konstanten Beschusses fest und könnten daher die neue von der Regierung ausgewiesene "Sicherheitszone" nicht erreichen. Nach Angaben von UNICEF kommt es aber auch in diesen so genannten Sicherheitszonen zu Kämpfen, bei denen Zivilisten verletzt und getötet würden.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) berichtete unterdessen, rund 440, teils verletzte Menschen aus der Kampfzone in Sicherheit gebracht zu haben. IKRK-Chef Paul Castella sagte, im Kampfgebiet gebe es so gut wie keine Medizin oder Hilfsmittel mehr.

Steht der Sieg der Armee kurz bevor?

Mit der jüngsten Rettungsaktion habe man einige Menschenleben retten können, aber viele blieben hilflos im Kampfgebiet zurück, so Castella. Es sei nun eine Frage von Leben und Tod. Das IKRK ist als letzte Hilfsorganisation mit ausländischen Mitarbeitern im Kampfgebiet. Die Regierung hatte alle anderen Hilfswerke schon im Herbst gezwungen, das Gebiet zu verlassen.

Die LTTE ist im Nordosten Sri Lankas durch die Militäroffensive der Armee auf einen kleinen Küstenstreifen zurückgedrängt worden. In dem letzten noch von Rebellen kontrollierten Gebiet halten sich den Schätzungen von UNICEF zufolge noch zwischen 200.000 und 250.000 Zivilisten auf. Nach Angaben der Armee steht der Sieg über die Rebellen kurz bevor. Die LTTE kämpft seit Anfang der 80er Jahre für einen unabhängigen Staat für die tamilische Minderheit auf Sri Lanka. Die meisten der rund 20 Millionen Einwohner Sri Lankas sind Singhalesen. (kis)

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